15/05/2026
◆◇ Kindheit braucht Raum ◇◆
Ich habe in den letzten Tagen im Zuge meiner Therapie meinen Translebenslauf geschrieben.
Und was soll ich sagen?
Mein Leben aus dieser Perspektive zu betrachten, all diese Räume, all diese kleinen und großen Momente, hat eine Menge aufgemacht, umgewälzt, mich traurig und wütend gemacht. Sehr traurig. Sehr wütend.
Ich habe Situationen noch einmal durchlebt, gespürt, neu sortiert, eingeordnet. Gerade meine Kindheitserinnerungen.
Diese vielen DIN-A4-Seiten vor mir liegen zu haben und meine Kindheit sich noch einmal vor mir entfalten zu spüren, war heftig.
Einerseits so, wie ich gesehen wurde. Wie ich erzogen wurde. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe. Die schönen, die vielen verwirrenden und orientierungslosen, aber auch die schmerzhaften und sehr gewaltvollen.
All das in dem Kind, das in die Welt passen musste. In die Form, die "so sein musste .
Und andererseits all das aus meiner heutigen Sicht zu sehen. Aus dem Herzen, das jetzt wahr sein darf. Das sich wahrhaftig in diese Welt geboren hat und nun all das aus den echten Augen dieses kleinen Robin sieht.
All diese Dinge brauchen Raum.
Die Traurigkeit über ein Leben, das anders gelebt werden musste, als es eigentlich gemeint war.
Die Wut über die Gewalt, die einem angetan wurde.
Die Wut darüber, dass es damals nicht anders sein konnte.
Die Wut, dass mein Körper so auf die Welt kommen musste.
Aber auch die Freude über die Momente, in denen es schon da war.
Die Freude über eine "Bart"-Rasur mit Papa im Bad oder das Üben von Krawattenknoten im Kindergartenalter.
Die Freude über BMX-Räder und Baumbuden, über Jungskostüme zu Karneval.
Die Freude darüber, dass der Körper, den ich bis jetzt bewohnt habe, gelernt hat, was Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit und Sanftsein wirklich bedeuten.
Dieser Translebenslauf hat mich am Anfang furchtbar aufgeregt. Wie nervig, was die offiziellen Stellen alles validiert haben wollen.
Aber er hat mir einen der heilsamsten Räume geschenkt, den ich auf dieser Reise finden konnte:
Meinen kleinen Robin.
Meine echte Kindheit.
Den Jungen, der immer schon gemeint gewesen ist.
Ich habe mein Zuhause in mir gefunden. 🔮🧬🌌🫂
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