02/07/2026
Nach dem Beitrag zur Betondiagnostik setzt Baucontent gemeinsam mit dem IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH die Reihe mit einem weiteren Forschungsprojekt zur CO₂-Reduktion in der Betonherstellung fort.
Im Mittelpunkt steht das Projekt „FlashPuzz“.
Das zentrale Problem: Zusatzstoffe für die Zement- und Betonherstellung wie Flugasche und Hüttensand werden zunehmend knapper und stehen der Bauindustrie nur eingeschränkt zur Verfügung. Gleichzeitig steigt der Bedarf an CO₂-reduzierten Betonlösungen.
Die Lösung des Projekts ist die Entwicklung zementreduzierter Betonfertigteilrezepturen auf Basis flash-kalzinierter Puzzolane aus regionalen Tonvorkommen in Thüringen. Diese sollen konventionelle Zusatzstoffe ersetzen und die CO₂-Emissionen in der Betonproduktion deutlich senken.
Technologisch basiert das Verfahren auf einer Flash-Kalzinierung, bei der regionale Tonrohstoffe energieeffizient aktiviert werden und leistungsfähige Puzzolane entstehen.
Im Projekt werden Labor- und Pilotversuche zur Optimierung der Kalzinierungsparameter durchgeführt sowie neue Betonrezepturen entwickelt und hinsichtlich Frisch- und Festbetoneigenschaften sowie Dauerhaftigkeit geprüft.
Die Bauhaus-Universität Weimar begleitet die Untersuchungen im Bereich Bindemittelentwicklung und Betonversuche, die HABAU-Gruppe prüft die Übertragbarkeit in Betonfertigteile und serielle Bauweisen. Die Adelheid Meißner GmbH liefert die regionalen Tonrohstoffe aus Thüringen als Ausgangsmaterial für die Puzzolanherstellung.
Ziel ist es, Versorgungslücken bei klassischen Zusatzstoffen zu schließen, CO₂-Emissionen in der Betonherstellung zu reduzieren und regionale Rohstoffe stärker in industrielle Betonprozesse zu integrieren.
Projektpartner:
Bauhaus-Universität Weimar (Bindemittel und Betonversuche)
HABAU GROUP (Betonfertigteil-Hersteller)
Adelheid Meißner (Rohstofflieferant für lokale Tone).
Förderung:
Europäische Union
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft & Ländlichen Raum