25/08/2021
Digitalsteuer erstmals höher als Werbeabgabe
Im Jänner und Februar dieses Jahres war es so weit. Der österreichische Staat generierte erstmals seit Einführung der Digitalsteuer am 1. Jänner 2020 höhere Einnahmen durch die Digitalsteuer als durch die Werbeabgabe. In diesen zwei Monaten erfolgten in Österreich somit höhere Werbeausgaben bei internationalen Digitalkonzernen als bei klassischen Medien.
Im Jänner 2021 erhob das Finanzministerium 5,4 Millionen Euro Werbeabgabe und 5,9 Millionen Euro Digitalsteuer. Auch im Februar lag die Digitalsteuer mit 6,1 Millionen Euro knapp über der Werbeabgabe von 6 Millionen Euro. Im März 2021 nahm der Staat wieder mehr über die Werbeabgabe (9,9 Millionen Euro) als über die Digitalsteuer (7,3 Millionen Euro) ein. Im April verzeichnete das Finanzamt durch die Werbeabgabe Einnahmen von 6,7 Millionen Euro und durch die Digitalsteuer 6,2 Millionen Euro. Klassische Medien erwirtschafteten demnach in den ersten vier Monaten des Jahres 2021 netto 560 Millionen Euro und große Digitalkonzerne 510 Millionen Euro. Zusätzlich lagen laut dem Marktforschungsinstitut Focus die Brutto-Werbeausgaben für Onlinewerbung von österreichischen Werbeunternehmen von Jänner bis April 2021 bei 84,1 Millionen Euro.
„Langfristig gesehen wird sich dieser digitale Trend nicht aufhalten lassen, maximal verlangsamen. Österreichische Medienunternehmen müssen vermehrt Partnerschaften schließen, um neben den internationalen Digitalriesen wie Google, Amazon und Facebook bestehen zu können“, so Markus Hartl, Geschäftsführer von TMC The Media Consultants.
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