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Vor einiger Zeit saß ich mit einer Vertreterin einer großen, spendensuchenden Organisation zusammen. Wir diskutierten, w...
30/06/2025

Vor einiger Zeit saß ich mit einer Vertreterin einer großen, spendensuchenden Organisation zusammen. Wir diskutierten, wie Organisationen Menschen dazu bewegen, gerade ihnen einen Teil ihres Nachlasses zu vermachen. Zwischen Zahlen, Erfahrungen und Sinnfragen kam mir ein Gedanke, so einfach wie das Geben von Trinkgeld.

„Was wäre“, schlug ich vor, „wenn wir das Spiel ändern? Wenn sich alle Organisationen – von Caritas bis Tierheim, von Umweltverband bis Hospizdienst – zusammentun und gemeinsam einen ethischen Standard bewerben: fünfzehn Prozent. Einfach fünfzehn Prozent jeder Erbschaft für eine karitative Organisation nach Wahl.“

Ihre Antwort blieb mir im Kopf, vielleicht, weil sie so ehrlich war. Sie erinnerte mich an das, was Roger Willemsen einmal „arbeitsteilige Innerlichkeit“ nannte: Wir leben mit widersprüchlichen Maßstäben – setzen uns in einem Bereich für Solidarität ein, während wir im nächsten Wettbewerb als gottgegeben hinnehmen.

Fünfzehn Prozent. So viel geben wir nach dem Essen dem Kellner, fast selbstverständlich. Übertragen auf Erbschaften, wäre das für die meisten Erben gut verkraftbar, der Familienfrieden bliebe erhalten. Doch auf die gigantischen Summen angewandt, die in den kommenden Jahren vererbt werden, könnten wir damit nicht nur viele soziale und ökologische Probleme hierzulande lösen, sondern sogar einen Teil der globalen Herausforderungen mit.

Ich bin überzeugt: Wenn wirklich alle mitmachen, können wir in wenigen Jahren einen solchen Ethikstandard in Deutschland etablieren. Es braucht keine politischen Vorgaben, nur gemeinsames Handeln und eine gesellschaftliche Debatte, die nicht bei Einzelinteressen Halt macht.

Vielleicht war meine Gesprächspartnerin an diesem Tag noch skeptisch, vielleicht schien ihr die Idee zu groß – oder einfach zu ungewohnt. Doch gerade darin spiegelt sich das Dilemma unserer Zeit: Wir haben es verlernt, das Große zu denken. Wir portionieren die Welt in kleine, verwaltbare Aufgaben und übersehen dabei, dass manche Probleme nur gemeinsam gelöst werden können.

Was mich an der Idee fasziniert, ist ihre schlichte Universalität. Kein Erbe müsste sich von seiner Familie entfremden, kein Vermächtnis würde ernsthaft geschmälert. Und doch – wenn dieser Gedanke zur gesellschaftlichen Norm würde, so selbstverständlich wie Anschnallen oder Händewaschen, könnte ein Wandel entstehen, der nicht von oben verordnet, sondern von unten getragen wird.

Vielleicht ist das der Unterschied zwischen dem Erleben und dem Erfahren, den Marcel Proust beschrieb: Erleben heißt, das Problem als Information wahrzunehmen. Erfahren bedeutet, es in eigene Verantwortung zu übersetzen.

In einer Zeit, in der wir über Künstliche Intelligenz und Mars-Kolonien sprechen, wirkt die Idee eines ethischen Erbschaftsstandards fast anachronistisch schlicht. Doch vielleicht liegt gerade darin ihre Kraft: Sie braucht keine Technologie, nur den Mut zur gemeinsamen Selbstlosigkeit.

>> Stefan Mannes ist Kommunikationsberater und Geschäftsführer der Agentur kakoii Berlin.

Werbeagentur in Berlin? kakoii ist eine inhabergeführte Kreativagentur für Corporate Design, Verpackungsdesign, Werbung und Marketing.

Wir bieten ab sofort eine Vollzeitstelle vor Ort bei kakoii Berlin für Mediengestalterinnen zur Unterstützung unserer Ar...
28/04/2025

Wir bieten ab sofort eine Vollzeitstelle vor Ort bei kakoii Berlin für Mediengestalterinnen zur Unterstützung unserer Art Direktion. Es handelt sich um eine umsetzungsbetonte Stelle, die sich an MediengestalterInnen richtet in Junior- bis Medior-Positionen (1-3 Jahre Berufserfahrung). Unsere Themen reichen von Packagingdesign bis Museumskommunikation.

Von Kosmetikpackaging bis Quantenphysik. Wir bieten einen spannenden Job für MediengestalterInnen in unserer Agentur.

Wir bieten ab Mai 2025 ein Praktikum in unserer Werbe- und Designagentur für DesignerInnen mit spannenden Projekten. Inf...
05/03/2025

Wir bieten ab Mai 2025 ein Praktikum in unserer Werbe- und Designagentur für DesignerInnen mit spannenden Projekten. Infos unter:

Wir bieten ab sofort Praktikumsplätze für DesignstudentenInnen in Berlin in den Bereichen: Corporate Design, Packaging und Printdesign.

An einem dieser grauen Dezembertage,die in ihrer Monotonie schon fast wieder Trost spenden, sitzen wir in einem Café und...
02/01/2025

An einem dieser grauen Dezembertage,

die in ihrer Monotonie schon fast wieder Trost spenden, sitzen wir in einem Café und beobachte einen Mann, der seit einer Stunde regungslos aus dem Fenster starrt. Vor ihm eine erkaltete Tasse Kaffee, neben ihm sein Smartphone, das er beharrlich ignoriert. Es ist diese Art des Innehaltens, die wir fast verlernt haben – nicht das hastige Pausieren zwischen zwei Terminen, sondern jenes tiefe Verweilen, das wie ein Fenster ist, durch das wir weiter sehen können als nur bis zum nächsten Tag.

Das Jahr, das hinter uns liegt, war keines, das um Erlaubnis bat. Es kam mit all seiner Wucht, mit Krieg und Krisen, mit Terror, mit einer politischen Landschaft, die in Deutschland an ihren eigenen Ansprüchen scheiterte.

In Momenten wie diesen kommt es darauf an, die leisen Bewegungen nicht zu übersehen. Inmitten von Verlust und Zerrüttung zeigt sich oft eine ungeahnte Kraft, etwas, das nicht mit der großen Geste daherkommt, sondern in der Beharrlichkeit der kleinen Dinge liegt. Ein Kind, das in der Ukraine inmitten von Trümmern einen Drachen steigen lässt. Ein Freund, der sein Unternehmen aus der drohenden Insolvenz führt. Ein Gespräch, das sich gerade dadurch auszeichnet, dass es nicht auf eine Lösung zielt, sondern auf das Verstehen.

„Mitten im Winter erfuhr ich endlich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt“, schrieb Albert Camus. Es ist bezeichnend, dass gerade dieser Satz in den sozialen Medien so gerne geteilt wird – allerdings meist ohne seinen eigentlichen Kontext: Camus sprach nicht von naivem Optimismus, sondern von jener inneren Widerstandskraft, die gerade dann hervortritt, wenn wir zum Weitermachen gezwungen sind, auch ohne den Weg schon zu kennen.

Was bleibt, ist eine Aufgabe: die Bereitschaft, die Dissonanzen der Welt auszuhalten, ja, sie zu hören, um in ihnen jene leisen Töne zu entdecken, die uns verbinden. Es ist kein Ruf nach Harmonie, sondern nach der Offenheit, das Fremde anzunehmen, ohne sich selbst zu verlieren.

Das neue Jahr zwingt uns nicht zur Hoffnung, aber es lädt uns ein, den Blick zu heben. Während wir uns durch die Unordnung navigieren, erkennen wir vielleicht: Am Ende dieses Jahres, so unvermeidlich wie still, folgt ein neues. Nicht als Erlösung, sondern als Einladung.

Wir plädieren dafür ihr zu folgen – mit der Gewissheit, dass jeder Jahreswechsel mehr ist als ein Datum. Ein Versprechen, das wir uns selbst geben.

Alles Gute für 2025.

Thekla Heineke, Stefan Mannes und das ganze kakoii Team

PS: Lesenswert: Albert Camus, „L’Été" (1952). Essayband, aus dem das Zitat stammt.

05/06/2024


Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein(e) Projektassistenz mit Erfahrungen aus Design- oder Werbeagentur.

https://www.kakoii.de/omr-hamburg/
10/05/2024

https://www.kakoii.de/omr-hamburg/

Rock stars come and go. Musicians play until they die (Eddie von Halen). Oder warum wir die OMR in Hamburg nicht mehr besuchen werden.

Wieviel Werbung dürfen wir unseren Kinder zumuten? Markenwerbung in Kitas? Promotions in Grundschulen? Eine (wütende) Me...
07/11/2023

Wieviel Werbung dürfen wir unseren Kinder zumuten? Markenwerbung in Kitas? Promotions in Grundschulen? Eine (wütende) Meinung über Schutzräume für Kinder, Markenkommunikation und ethische Standpunkte von Werbung.

Kindergartenmarketing und Schulwerbung - eine dunkle Industrie. Wie Marken und Marketing in die letzten Schutzräume von Kindern eindringt und Eltern und Erzieher den bösen Markenonkel in die Krabbelgruppe bringen.

Ein toller Job für DesignerInnen, die bereits Packaging-Erfahrung haben oder sich im Bereich Packaging entwickeln wollen...
09/08/2023

Ein toller Job für DesignerInnen, die bereits Packaging-Erfahrung haben oder sich im Bereich Packaging entwickeln wollen. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt in Berlin bei kakoii.

kakoii sucht erfahrene DesignerInnen mit Interesse an Verpackungsdesign für unsere Agentur in Berlin

++ Vorsicht, frisch gestrichen ++Der Artikel in der brandeins über den europäischen Relaunch der Farbenmarke Alpina war ...
28/06/2023

++ Vorsicht, frisch gestrichen ++
Der Artikel in der brandeins über den europäischen Relaunch der Farbenmarke Alpina war eine schöne Würdigung unserer Arbeit, die in diesem Fall weit über das hinausging, was eine Agentur sonst so macht. Der eine oder andere Kunde hatte danach Angst, dass wir keinen Stein auf dem anderen lassen, wenn man mit uns arbeitet. Aber das ist natürlich Unsinn. Es hängt immer davon ab, welche Strategie die eigentliche Aufgabe am besten löst. Die „New Business“ beschrieb uns bald darauf als „Werbeosteopathen“. Denn in vielen Fällen geht es um sehr feine Korrekturen, die aber dann große Auswirkungen haben. Auch das können wir. Die ganze Alpina Story in der brandeins gibt es hier zu lesen:
https://www.kakoii.de/wp-content/uploads/2023/06/kakoii_Alpina.pdf

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