02/05/2022
Ähnlich wie bei Zähnen: Vorsorge ist besser als Nachsorge.
Daten von Patienten sind ein hohes wirtschaftliches Gut, wofür Unternehmen Millionen zahlen würden.
Fünf große Risikofaktoren für die Praxis, die mit einem geringen organisatorischen und finanziellen Aufwand
beseitigt bzw. minimiert werden können – sind:
– fehlende oder einfache Passwörter und Zugänge
– arglose Mitarbeiter
– fehlende oder unregelmäßige Datensicherungen
– fehlende oder unregelmäßige Sicherheits-Updates
Muss das sein? Schließlich legt der massenhafte Gebrauch von WhatsApp im beruflichen Bereich nahe, dass sich viele Menschen eigentlich gar nicht so richtig dafür interessieren, was mit
ihren Daten geschieht. Die Tatsache,
dass WhatsApp Zugriff auf die auf dem Smartphone gespeicherten Telefonkontakte erhält, wird augenscheinlich hingenommen. Gleiches gilt für die Ansichten des hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit oder der Rechtsprechung (z. B. Amtsgericht Bad Hersfeld, Beschluss vom 20.3.2017, Az.: F 111/17 EASO), nach denen der Gebrauch von WhatsApp im beruflichen Bereich einen Datenschutzverstoß darstellt. So weit, so gut oder auch nicht.
Bei Gesundheitsdaten sollte eine hohe Sensibilisierung vorliegen. Denn diese stellen längst ein teures Wirtschaftsgut dar, für deren Sammeln viele Unternehmen Ausgaben in Millionenhöhe
zu verzeichnen haben. Diese Daten müssten deshalb eigentlich besonders geschützt sein.
Müssten. Eigentlich. Wie kommt es dann, dass in 22 von 25 getesteten Arztpraxen mehrere Benutzer dieselbe Zugangskennung mit einfacher oder sogar gar keinem Passwort benutzen? Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass neun von zehn
Ärzten leicht zu erratende Passwörter wie „𝘉𝘦𝘩𝘢𝘯𝘥𝘭𝘶𝘯𝘨“, „𝘗𝘳𝘢𝘹𝘪𝘴“ oder den Namen des Arztes verwenden. Zudem finden sich von jeder zehnten Arztpraxis und sogar von 60 Prozent der Kliniken E-Mail- und Passwortkombinationen im sogenannten Darknet.