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07/03/2026
Wilhelm Lehmbruck Bronzebüste – "Geneigter Frauenkopf" – 1911 – Signiert W. LehmbruckDie Bronzebüste "Geneigter Frauenko...
13/01/2026

Wilhelm Lehmbruck Bronzebüste – "Geneigter Frauenkopf" – 1911 – Signiert W. Lehmbruck

Die Bronzebüste "Geneigter Frauenkopf", entstanden im Jahr 1911, zählt zu jenen Werken, in denen Wilhelm Lehmbruck seine einzigartige künstlerische Sprache zur vollen Reife brachte. Der Blick der jungen Frau ist gesenkt, der Kopf zur Seite geneigt, als verweile er in einem Zustand zwischen Wachsein und innerer Versenkung. Der Ausdruck ist nicht auf Repräsentation ausgerichtet, sondern auf einen Moment der Sammlung, auf das Zarte, das Unsagbare. Ihre Schultern sind zurückhaltend modelliert, die Linie des langen Halses fließt in einem eleganten Bogen, der weder Pose noch Gestus meint, sondern innere Bewegung. Diese Büste ist kein klassisches Bildnis – sie ist ein Empfindungsraum. Was sie zeigt, ist nicht das Individuum, sondern ein seelischer Zustand, eingefangen in Bronze.

Ein Künstler der leisen Wahrhaftigkeit

Wilhelm Lehmbruck wurde am 4. Januar 1881 im rheinisch geprägten Meiderich geboren. Schon früh offenbarte sich seine außergewöhnliche Begabung, die ihn an die Düsseldorfer Kunstakademie führte. Seine künstlerische Entwicklung war geprägt von einem tiefen Bedürfnis nach Wahrhaftigkeit, nach Reduktion, nach Innerlichkeit. In Paris – wo er ab 1910 lebte – begegnete er der künstlerischen Avantgarde, doch statt sich dem Pathos des damals gefeierten Rodin hinzugeben, ging Lehmbruck einen stilleren, introvertierteren Weg. Seine Werke blieben in der Form zurückhaltend, aber inhaltlich umso tiefer. Es war der menschliche Zustand, der ihn interessierte – nicht in der äußeren Erscheinung, sondern in der seelischen Verfasstheit. Lehmbrucks Plastiken kreisen um Einsamkeit, um das Denken, um das Leid und um die stille Würde des Daseins. Der Erste Weltkrieg traf ihn in seiner existenziellen Empfindsamkeit schwer. Die innere Not, das Weltempfinden und seine künstlerische Konsequenz führten schließlich zu seinem Freitod am 25. März 1919 in Berlin.

Die Frau als Symbol innerer Reflexion

Adresse

Graacherstrasse 22
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54470

Telefon

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