03/09/2026
Was darf ich denn eigentlich noch werben? 🌱
Eine ziemlich berechtigte Frage. Und eine, auf die Marketingverantwortliche spätestens jetzt Antworten brauchen.
Gestern Abend haben wir uns intensiv mit der kommenden EmpCo Richtlinie der EU beschäftigt. Ab 27. September 2026 wird sie die Spielregeln für Nachhaltigkeitskommunikation deutlich verändern.
Unser Gastredner Christian Bach hat uns sehr anschaulich gezeigt, was da auf Unternehmen und Marketingabteilungen zukommt.
Welche Nachhaltigkeitsaussagen funktionieren heute noch?
Welche Labels dürfen überhaupt noch verwendet werden?
Welche Farben, Texte und Claims können zukünftig Schwierigkeiten in der Markenführung bereiten?
Was könnte künftig abmahnfähig sein?
Wann wird aus gut gemeintem Greenwishing handfestes Greenwashing?
Und ist ein Unternehmen eigentlich schon nachhaltig, nur weil irgendwo Bäume gepflanzt werden?
Spoiler: So einfach ist es nicht. 👀
Mindestens genauso spannend war deshalb der zweite Teil des Abends bei BerlinDruck GmbH + Co KG.
Frank Rüter, Monty Berlin und Bjoern Gerlach haben uns durch die Produktion geführt und dabei ziemlich eindrucksvoll gezeigt, dass Nachhaltigkeit nicht auf einem Label beginnt. Und erst recht nicht dort aufhört.
Es geht darum, Verantwortung im täglichen Betrieb zu übernehmen.
Wie wird tatsächlich produziert? Welche Materialien werden eingesetzt? Woher kommt das Papier? Welche Chemikalien kommen zum Einsatz? Wie viel Makulatur, Beschnitt und Ausschuss entstehen? Und vor allem: Passt das, was nach außen kommuniziert wird, zu dem, was hinter verschlossenen Türen wirklich praktiziert wird?
Gerade am Beispiel des Blauer Engels wurde deutlich: Wer Nachhaltigkeit glaubwürdig nach außen tragen will, muss sie zuerst nach innen leben. Nachhaltigkeit ist kein Marketingclaim. Nachhaltigkeit ist Arbeit.
Und mit der EmpCo Richtlinie wird es künftig noch wichtiger, genau unterscheiden zu können, was belegbar ist und was einfach nur gut klingt.
Ein großes Dankeschön an Christian Bach, der extra aus Braunschweig nach Achim gekommen ist und uns fachlich ordentlich Futter mitgebracht hat.
Ebenso vielen Dank an Frank Rüter, Monty Berlin und Björn Gerlach von BerlinDruck für die offenen Türen, die Führung und den fantastischen Einblick in eine Branche, bei der Nachhaltigkeit sehr konkret wird, sobald Papier und Maschine aufeinandertreffen.
Und natürlich danke an alle, die gestern Abend dabei waren, mitdiskutiert, nachgehakt und den Abend mit Leben gefüllt haben.
Unser Fazit: Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns.
Gut so. Wir sind vorbereitet.
Wir sehen uns bei der nächsten Veranstaltung. 👋
Bundesverband Marketing Clubs