22/09/2019
Pressearbeit die Dritte:
Pressemitteilungen per E-Mail: BETREFF-Zeilen und Presse-BILDER. Ein bisschen Handwerk
Klar, Pressemitteilungen verschickt man per E-Mail. Und dann passiert - nichts.
Kein Text, kein Bild, keine noch so kleine Meldung in der Zeitung.
Grund: Im Redaktionspostfach ist die mühevoll formulierte Nachricht in der Flut eingehender E-Mails untergegangen. Oft können Redaktionen Pressemitteilungen gar nicht als solche erkennen. Oder der Nachrichtenwert einer Mitteilung ist nicht eindeutig.
Oft kostet es mehr Zeit, eine schlechte Mitteilung zeitungsgerecht aufzuarbeiten, als eine Meldung selbst zu schreiben. Ihre Mitteilung landet dann bestenfalls im Papierkorb, schlechtestenfalls ist der Absender als "Spam-Adresse" verbrannt.
Beachten Sie beim Erarbeiten einer Pressemitteilung wenige Grundsätze redaktionellen und journalistischen Handwerks, steigt die Chance, dass Ihre Presseinformation tatsächlich veröffentlicht wird
Grundsatz 1: Kennzeichnung als PRESSEMITTEINLUNG in der BETREFFZEILE
Setzen Sie als ERSTES einen kurzen Hinweis wie "Presse-Info:". Die Mail ist so eindeutig als Pressemitteilung zu erkennen.
Vermeiden Sie zu lange Hinweise; mit "Information für die Medien" verschwenden Sie Zeichen, der Rest der Betreffzeile kann dann unter Umständen nicht mehr auf einen Blick erfasst werden.
Grundsatz 2.: Eindeutiges Thema / Eindeutige SCHLAGZEILE
Schlagzeilen / Headlines zählen als die harte Währung in der Nachrichtenredaktion.
Texten Sie den Betreff nach "Presse-Info:" so, als ob Sie eine Schlagzeile für eine Boulevard-Zeitung erstellten. Beispiel: "Neu im Eis-Café Iberico: Spagetti schmeckt nach Maccaroni" oder "Öko-Autos mit Pedalantrieb - Firma Feuerstein baut neuen Steinzeitmotor".
Redakteure müssen binnen eines Augenblicks (im Wortsinn) erkennen, dass es sich um eine für das jeweilige Medium und seine Leser/innen interessantes Thema handelt.
Auf anhängende Bilddateien weisen Sie mit dem Hinweis "(Presse-Foto anhängend)" hin.
Grundatz 3.: Bild / FOTO mit BILDUNTERSCHRIFT
Zu jeder Pressemitteilung gehört ein Foto.
Denn "ein schönes Bild ist schnell geschrieben".
Hängen Sie ein bis zwei Fotos an, die das Thema illustrieren und Lust auf Lesen des Textes machen. Aktualität lebt von Bildern.
Beachten: Menschen interessieren sich für Menschen. Egal ob es sich um eine politische Initiative (Ortsverein, Ratsfraktion, Bürgerinitiative) oder ein Produkt eines Unternehmens handelt, es sollten möglichst Menschen zu sehen sein. Ratsherren/-frauen vor Spielplatz, wenn es um kinderfreundliche Gestaltung der Stadt geht, Techniker/innen mit dem neu entwickelten Produkt. Der Grundsatz lautet: Menschen machen Themen.
Bearbeitete Pressefotos sind ein No-Go. Pressefotos zeigen die Wirklichkeit. Also keine elektronischen Manipulationen!
Die Auflösung der Bilder bestimmt die Druckqualität. Im Regelfall sollten Fotos mit 300 dpi (dots per inch) aufgelöst sein, die Bildgröße der Originaldatei (ohne Vergrößerung / Zoom) bei acht mal acht Zentimetern liegen. Damit können Bildredakteure und Layouter arbeiten.
BILDUNTERSCHRIFTEN ordnen Sie jedem anhängenden Foto eindeutig zu, indem Sie den jeweiligen Bild-Text dem Dateinamen der betreffenden Foto-Datei eindeutig zuordnen. Bildtexte beschreiben immer das Motiv (oder nehmen zumindest Bezug darauf) und bieten zwei bis drei (nicht mehr) ergänzende Informationen.
4.: LAYOUT-Formate berücksichtigen
Wenn ein Foto die Geschichte erzählt, braucht es keine langen Texte. Redaktionen setzen entsprechende Beiträge gern in Bild-KÄSTEN. Solche von Linien eingerahmten Beiträge bestehen aus einem Foto und einer meist zwei- bis fünfzeiligen Bildunterschrift. Kästen lockern das LayOut auf, ziehen Aufmerksamkeit von Leserinnen und Lesern auf sich und sind daher sowohl für die Redaktion als jene vorteilhaft, die die Information versenden.
Versenden Sie nach Möglichkeit ausdruckstarke, NICHT bearbeitete Bilder möglichst von Personen bei einer Tätigkeit, die mit dem Thema Ihrer Meldung / Information korrespondiert.
Kennzeichnen Sie entsprechende Pressemitteilungen als Format- / Layoutvorschlag "Bildkasten" - und beherzigen diesen Vorschlag auch selbst, indem Sie nur einen Kurztext von maximal fünf Zeilen dazu verfassen.
In der nächsten Folge: Texten für Redaktionen.