09/11/2023
Lena und der Gesäte Tintling
Lena war eine neugierige und abenteuerlustige Zehnjährige, die gerne im Wald spazieren ging. Eines Tages im Mai entdeckte sie einen Baumstumpf, der mit einem seltsamen Pilz bedeckt war. Er war braun, ockerbraun und grün gefärbt und sah sehr filigran aus. Lena hatte noch nie so einen Pilz gesehen und wollte ihn genauer untersuchen. Sie kniete sich neben den Baumstumpf und berührte vorsichtig einen der Pilze. Er fühlte sich weich und zerbrechlich an. Lena brach einen Stiel ab und roch daran. Er hatte einen schwachen, erdigen Geruch. Lena fragte sich, ob der Pilz essbar war. Sie hatte gehört, dass manche Pilze giftig waren und andere lecker schmeckten. Sie beschloss, den Pilz mit nach Hause zu nehmen und ihrer Mutter zu zeigen.
Lena steckte den Pilz in ihre Tasche und lief weiter durch den Wald. Sie sah noch mehr Pilze, die auf Totholz und Laub wuchsen. Sie waren alle ähnlich wie der Pilz in ihrer Tasche. Lena dachte, dass sie vielleicht eine neue Pilzart entdeckt hatte. Sie fühlte sich wie eine Forscherin und freute sich, mehr über den Pilz zu erfahren.
Als Lena nach Hause kam, zeigte sie ihrer Mutter den Pilz. Ihre Mutter erkannte ihn sofort und sagte: “Das ist ein Gesäter Tintling, auch Coprinus disseminatus genannt. Er wächst massenhaft in Wäldern, Gärten, Parkanlagen und Wiesen. Er ist kein guter Speisepilz, er ist ungeeignet und minderwertig. Er hat einen zylindrischen, verbogenen und durchwässerten Stiel, der weiß, hohl und leicht zerbricht. Die Basis ist ockergrau und fein weißflusig. Der Pilz ist heimisch in der Natur und kommt in verschiedenen Jahreszeiten vor, vor allem im Frühling, Sommer und Herbst. Er ist nicht zerfließend, wie andere Tintlinge, aber er ist auch nicht besonders schön oder nützlich.”
Lena war ein wenig enttäuscht, dass der Pilz so langweilig war. Sie hatte gehofft, dass er etwas Besonderes war. Sie fragte ihre Mutter, ob sie ihn trotzdem behalten durfte. Ihre Mutter sagte: “Natürlich, du kannst ihn in deinem Zimmer aufbewahren, wenn du willst. Aber pass auf, dass du ihn nicht isst oder anfasst. Er könnte dir Bauchschmerzen oder Hautausschlag verursachen. Und wenn du ihn satt hast, wirf ihn in den Kompost. Er wird sich schnell zersetzen und zu Erde werden.”
Lena nickte und ging in ihr Zimmer. Sie stellte den Pilz auf ihren Schreibtisch und betrachtete ihn. Er war zwar nicht sehr spannend, aber er war immer noch ein Teil der Natur. Lena beschloss, ihm einen Namen zu geben. Sie nannte ihn Mürbling, weil er so mürbe war. Sie sagte ihm, dass er ihr Freund war und dass sie ihn nicht vergessen würde. Sie lächelte und dachte, dass sie vielleicht morgen wieder in den Wald gehen würde. Vielleicht würde sie dort noch mehr interessante Dinge finden.
Idee / Foto: Uwe Zimmer; Grafik / Text: Bing KI