27/06/2017
Benefizkonzert am Donnerstag, 13. Juli, um 19 Uhr im Steinhof Duisburg
Beats für Bivsi und ihre Familie
DUISBURG, 26.6.2017. Das Schicksal von Bivsi und ihrer Familie bewegt nach wie vor die Stadt. Das soll auch so bleiben, bis das junge Mädchen und ihre Eltern zurück in ihre Heimat Duisburg können. Der Steinhof in Huckingen veranstaltet, unterstützt vom Lions Club Duisburg Rhenania, deshalb am Donnerstag, 13. Juli, um 19 Uhr ein Benefizkonzert für Bivsi und ihre Familie.
Der TV-Moderator Mola Adebisi moderiert den Abend mit Blazing Jack, Georg Göbel (alias Ozzy Ostermann von Herbert Knebels Affentheater), Next Level und Impulsiv als Bands auf der Bühne. Kai-Magnus Sting hat ebenfalls einen Auftritt zugesagt. Bivsi selbst wird über eine Liveschalte aus Nepal persönlich zu Wort kommen. Der Eintritt ist frei. Spenden sind gern gesehen. Darüber hinaus gehen alle Einnahmen aus dem Getränke-Verkauf an den Hilfsfonds für die von den Behörden im Mai ausgewiesene Schülerin des Steinbart-Gymnasiums und ihre Familie.
Für die Initiatoren beschreibt Arno Eich, Vorsitzender des Kulturzentrums Steinhof, die Ziele des Konzerts „Beats für Bivsi und ihre Familie“: „Die Einnahmen sollen helfen die Finanzierung eventuell entstehender Kosten wie die Rückführung nach Deutschland, Anwalt oder Unterhalt sicherzustellen.“
Jörg Bunert, der 2. Vorsitzende des Vereins Steinhof, ergänzt: „Es geht uns auch darum, den großen Einsatz der Schülerinnen und Schüler des Steinbart-Gymnasiums für Bivsi zu würdigen. Sie bringen sich vorbildlich ein. Wir haben ihnen unsere Idee einer Schools Out Party vorgetragen und stießen auf große Begeisterung.“
Schließlich so Bernie Kuhnt, Duisburger Schauspieler und Gastronom auf dem Weihnachtsmarkt, der die Veranstaltung mitorganisiert, wolle man das Schicksal der inzwischen 15-Jährigen weiter im Bewusstsein halten: „Für die Duisburgerinnen und Duisburger sind Bivsi und ihre Eltern ein Teil von ihnen. Die offensichtlich terminlich so kalkulierte, vollkommen irrationale Abschiebung spiegelt gerade das nicht wider, was Duisburg und seine Menschen ausmacht: das Einstehen füreinander, Emotionalität und Solidarität einer multikulturell geprägten Stadt.“
Arno Eich dankt den Künstlern, die ohne Gage im Steinhof auf die Bühne gehen. „Ihre Unterstützung ist ein Zeichen dafür, wie viele Menschen Bivsis Schicksal bewegt und dass sie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen wollen, sondern wirklich helfen.“ Mola Adebisi sagte dafür sogar einen anderen Termin ab. Um Kai-Magnus Sting auf die Bühne zu holen, genügte ein Telefonanruf.
Die Initiatoren rechnen mit einer randvollen Konzerthalle. „Die Duisburger Bands sind toll. Der Eintritt ist frei und es ist der Tag vor dem letzten Schultag“, so Jörg Bunert. Als Mitorganisator fügt Bernie Kuhnt: „Dabeisein setzt ein Zeichen. Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen in der Stadt durch ihre Kommen klar Stellung beziehen: Wir wollen, dass Bivsi nach Hause kommt. Duisburg ist für sie und ihre Eltern in den vergangenen 20 Jahren Heimat geworden.“
Spendenkonto
Der Lionsclub hat ein eigenes Spendenkonto eingerichtet: Lions Hilfswerk Duisburg-Rhenania e. V. IBAN DE56 3505 0000 0200 2065 63
Verwendungszweck: Spende für Bivsi.
Zum Hintergrund:
Vor fast 20 Jahren flohen die Eltern der damals noch nicht geborenen Bivsi Rana aus dem von einem Bürgerkrieg gezeichneten Nepal nach Deutschland, um hier Recht auf Asyl geltend zu machen. Der Vater stellte den Asylantrag unter einem falschen Namen, da er Angst vor Zurückweisung hatte. Jedoch fand er in Deutschland schnell Arbeit und konnte sich und seine Familie mit einem sozialversicherungspflichtigen Job in der Gastronomie mehr als 17 Jahre lang gut ernähren. Vor nunmehr 15 Jahren wurde Bivsi in Duisburg geboren. Sie sozialisierte hier, spricht die deutsche Sprache fließend und ging bis vor 4 Wochen auf ein Duisburger Gymnasium. Ein scheinbar wunderbar gelungenes Beispiel für die Integration von Zuwanderern – scheinbar!
Das Duisburger Ausländeramt beeilte sich nämlich Bivsi noch schnell vor ihrem 15. Geburtstag abzuschieben, damit mit Vollendung dieses Stichtags kein Bleiberecht in Anspruch genommen werde konnte. Mit dem Abtransport während des Unterrichts aus der Schule, unter Zurücklassung traumatisierter Mitschülerinnen und Mitschüler sowie eines fassungslosen Lehrkörpers, endete diese scheinbar gelungene Integrationsgeschichte mit der nur wenige Stunden später erfolgten Abschiebung von Bivsi und ihren Eltern nach Nepal.
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