29/04/2024
Revolution im Anmeldeprozess
Wie die neue Geldwäschevideoidentifizierungsverordnung ( ) den aufmischt!
Schnellüberblick - Die Kernpunkte im Überblick:
🚀 Revolution im Anmeldeprozess: Die GwVideoIdentV wird den Registrierungsprozess für Finanzprodukte neu definieren.
💡 Vereinfachung durch Technologie: Einführung von teil- und vollautomatisierten Verfahren für schnelle Identitätsprüfungen.
📢 Politische Unterstützung: Bestätigung der Technologieeinführung u.a. durch Christian Lindner (01/2024, Bitkom Event)
✏️ Verbesserungsbedarf: Klärung der Vertrauensniveaus, unabhängig von menschlicher oder maschineller Durchführung.
⚖️ Chancen und Herausforderungen: Neue Effizienzen und Herausforderungen für bestehende Anbieter.
🌍 Zukunftsaussichten: Stärkung Deutschlands als moderner Finanzstandort! Es wird Zeit!
In der Welt der Finanzdienstleistungen bahnt sich eine Revolution an. Die (GwVideoIdentV... wobei hier Abkürzung wie auch die ausgeschriebene Version gleich sperrig sind...) steht vor einer grundlegenden Neuerung, die den Anmeldeprozess für Bankkonten und Finanzprodukte in Deutschland nachhaltig verändern könnte.
Als Betreiber von awa7.de bin ich begeistert von den geplanten Änderungen. In diesem Artikel beleuchte ich, wie die GwVideoIdentV den Markt aufmischen wird und welche Chancen sich für uns ergeben.
- Der Status quo:
Bisher war das Video-Ident-Verfahren in Deutschland ein notwendiges Übel. Kunden mussten sich mühsam per Videotelefonie ausweisen, um ein Konto per Smartphone zu eröffnen. Die Qualität der Videoübertragung war nicht immer optimal, und manchmal führten unverständliche oder nicht erreichbare Callcenter-Mitarbeiter oder schlechte Lichtverhältnisse zu frustrierten Kunden. Für Fintechs wie N26, Trade Republic und Scalable Capital war dies ein Wachstumshemmnis. Im internationalen Vergleich galt das Verfahren als antiquiert...
- Die geplante Verordnung:
Das Bundesfinanzministerium hat einen Referentenentwurf vorgelegt, der die Identitätsprüfung grundlegend vereinfachen soll. Künftig sollen teilautomatisierte Verfahren zugelassen sein, bei denen Nutzer ihre Identität selbst erfassen – zum Beispiel durch das Hochladen eines Fotos vom Personalausweis und ihrem Gesicht. Ein Mitarbeiter prüft die Aufnahmen im Hintergrund auf Plausibilität, und der Nutzer bekommt davon nichts mit. Der Prozess ist kürzer und weniger fehleranfällig. Dies könnte die Conversion Rate deutlich verbessern und den Zugang zu Finanzprodukten erleichtern. Holen Sie sich Ihre kostenlose Kopie dieses Dokuments von der offiziellen Website des Bundesministeriums der Finanzen hier.
- Innovation durch KI und Automatisierung:
Besonders spannend ist der Paragraf 17 der Verordnung, der den „Einsatz vollautomatisierter Verfahren“ behandelt. Dieser Passus könnte den Weg für KI-basierte Legitimationsverfahren ebnen, die nicht nur skalierbar und sicher sind, sondern auch in der Praxis erprobt werden sollen. Die Möglichkeit, solche Technologien unter realen Bedingungen zu testen, bevor sie breit eingesetzt werden, verspricht einen erheblichen Fortschritt in der digitalen Identitätsverifizierung.
- Politische Unterstützung:
Interessant sind auch die Aussagen von Christian Lindner im Januar auf einem Bitkom Event, die nun an Bedeutung gewinnen. Lindner war überzeugt, dass die Einführung des automatisierten Video-Ident-Verfahrens bevorsteht, eine Ankündigung, die sich mit der aktuellen Gesetzeslage bewahrheitet hat. Sehen Sie sich seine Rede hier an (Minute 38, youtube). Dieser politische Rückhalt ist ein klarer Indikator dafür, dass der Gesetzgeber den digitalen Wandel im Finanzsektor aktiv unterstützt und vorantreibt.
- Verbesserungsvorschläge zum Entwurf:
Einige Aspekte des Entwurfs könnten noch verbessert werden. Beispielsweise liegt der Fokus derzeit stark auf der menschlichen Kontrolle, was fachlich und technisch nicht optimal ist. Es wäre sinnvoller, ein Vertrauensniveau zu definieren, das unabhängig davon erreicht wird, ob die Prüfung durch Menschen, Maschinen oder in einem Hybridverfahren erfolgt. Außerdem bezieht sich §16 (1) bisher nicht auf §14, was Unklarheiten bezüglich der automatisierten Lebendigkeitsprüfung schafft. Die Erprobungsphase in §17 ist zwar gut gemeint, aber Technologien wie diese werden schon seit sieben Jahren bei Versicherungen, Telekommunikationsunternehmen (TKG) sowie in der Online.
- Chancen für Finanzunternehmen:
Effizienzsteigerung: Die Automatisierung ermöglicht eine schnellere Identitätsprüfung. Das bedeutet weniger Abbrüche im Anmeldeprozess und zufriedenere Kunden.
Kostensenkung: Weniger manueller Aufwand führt zu niedrigeren Kosten für Unternehmen. Das freie Kapital kann in Innovationen investiert werden.
- Wettbewerbsvorteil:
Deutschland hinkt im Vergleich zu anderen Ländern oft hinterher. Mit der GwVideoIdentV könnten wir endlich aufholen und uns als moderner Finanzstandort positionieren.
- Wann ist es soweit?:
Bis zum 16. Mai 2024 steht der Verordnungsentwurf zur öffentlichen Stellungnahme bereit. Erfahrungsgemäß kann es eine Weile dauern, bis solch eine Verordnung nach ihrer Veröffentlichung in Kraft tritt – oft Monate oder sogar Jahre. Doch da die Initiative bereits 2017 durch eine Aufforderung der BaFin ins Rollen gebracht wurde, könnte der Prozess diesmal schneller voranschreiten. Was denken Sie darüber?
Allg. Fazit: Gut gemacht, wird die GwVideoIdentV wird den Anmeldeprozess revolutionieren.
Ein wahrer für den Finanzsektor(!).
Es ist also an der Zeit, den Status quo zu überwinden und den deutschen Finanzmarkt fit für die Zukunft zu machen.