23/12/2021
Liebe Community,
Vergangenes Jahr war es vorrangig die pandemische Lage, die unser Leben und Tun eingeschränkt, belastet und immer noch mehr Umsichtigkeit, Solidarität, Flexibilität, Geduld und Willensstärke gefordert hat, obwohl die Kraftreserven oft am Limit waren.
Mitte diesen Jahres traf es uns zusätzlich mitten ins Herz: unsere Heimat, unser Zuhause, unsere Existenz waren bedroht. Am 14. Juli 2021 haben wir eine Flutkatastrophe miterlebt, die trotz der präzisen meteorologischen Vorhersage unsere Vorstellungskraft von der tatsächlichen Naturgewalt völlig übertraf. Es ist nicht begreifbar, welch dramatische Szenarien sich zeitgleich an vielen Orten abspielten. Nach 5 Stunden kräftezehrenden Kampfes gegen das eindringende Wasser
gingen am späten Abend buchstäblich die Lichter aus. Es hieß, man würde jetzt sofort evakuieren, da das Risiko eines Staudammbruchs der Steinbachtalsperre zu groß sei. In den darauffolgenden 5 Tagen waren wir gezwungen,
machtlos abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt und welches Schicksal uns daheim erwarten würde. Als die erlösende Nachricht kam, die Lage sei unter Kontrolle, setzte sich alles in Bewegung. Je näher man der Heimat kam, desto unbegreiflicher
erschien alles um uns herum. Viele Straßen waren nicht mehr befahrbar, Verkehrschaos in alle Richtungen, Sirenengeheul, Hubschrauber, Einsatzkräfte, Absperrband. Mit den Aufräumarbeiten kamen weitere unwirkliche Bilder dazu. Schubkarren voller zerstörter Lebensinhalte wurden von allen Seiten zu einem meterhohen Schuttberg aufgetürmt.
Ungezählte Helfer waren im Einsatz – von überall her. Stunde um Stunde, Tag um Tag. Nebeneinander. Miteinander. Füreinander.
Generatoren, Schaufeln, Schneeschieber, Eimer, Trinkwasser, Kerzen, Zahnpasta, eine warme Mahlzeit aus dem Bollerwagen – die Menschen setzten dieser Monstrosität an Geschehen ein gigantisches Zeichen der Hilfsbereitschaft entgegen. Nach dem Motto: „Jeder tut das, was er am besten kann.“
Diese Bilder, Emotionen und Gefühle lassen uns bis heute nicht mehr los, das Erlebte gehört seitdem zu unserem „neuen Leben“ dazu.
„Rainaissance“ steht für die Wiedergeburt nach dieser Flutkatastrophe. Für das „nicht-unterkriegen-lassen“ trotz dieser beängstigenden Erfahrung.
Wir nehmen die Herausforderung an. Stecken die Ziele neu. Bauen auf einem neuen Fundament wieder auf.
Ich möchte an dieser Stelle Danke sagen. Für die Menschlichkeit, die Zuwendung, den Zuspruch, die Motivation, die Aufmerksamkeit und nicht zuletzt für das Verständnis für unsere Situation in dieser ohnehin kräftezehrenden Zeit. Aus all diesen Taten, Gesten und Worten wächst das Vertrauen für eine positive Zukunft.
Ich freue mich als Mediengestalterin auf neue Herausforderungen und interessante, kreative Aufgaben, die den Blick nach vorne lenken
und Momente der Unsicherheit – wie sie ab und an noch auftreten – wieder ausblenden.
Ich wünsche uns allen ein besinnliches Weihnachtsfest, Zeit zum Krafttanken und einen zuversichtlichen Start in das neue Jahr 2022. Dass wir gesund, mit neuer Kraft und Mut allen neuen Aufgaben begegnen und sie uns gemeinsam gelingen mögen.