07/02/2024
Mein Lehrer : Der Apfelbaum
In meinem Garten habe ich vor 26 Jahren einen kleinen Apfelbaum gepflanzt. Die ersten Jahre wuchs mein kleiner Freund, ohne Früchte zu tragen. Heute ist voll mit saftigen leckere. Äpfeln. Hier meine kleine Geschichte und die Learnings daraus:
…irgendwann hatte er tatsächlich kleine Äpfelchen, die allerdings extrem sauer und ungenießbar waren. Also dachte ich „Toll, ein reiner Zierapfelbaum“. Ich fand mich damit ab.
Zugegeben, in der Folgezeit pflegte ich mein Bäumchen nicht sonderlich und ließ ihn frei wachsen.
Da meine Frau und ich uns trennten und ich auszog, hatte ich keinen Bezug mehr zu meinem Bäumchen. Der Garten spielte im Leben meiner Frau und meiner Tochter auch keine große Rolle und war dann im Laufe der Zeit eher ein Wildgarten.
Vor 6 Jahren zog ich wieder in die Wohnung und fand einen ziemlich zugewucherten Garten vor. Das Apfelbäumchen war mittlerweile ein stattlicher kleiner Apfelbaum, der aber einen recht ungepflegten Eindruck machte. Er trug auch einige Früchte, die aber immer noch klein, hässlich und ungenießbar waren.
Irgendwie reizte es mich, den Baum wieder in Form zu bringen. Ich muss dazu sagen, dass ich sehr wenig Ahnung von Pflanzenpflege habe. Aber ich dachte mir, dass es logisch sei, kleine, abgestorbene Triebe zu entfernen. Dazu wollte ich eine schöne Krone erschaffen, die ich auch ohne Leiter schneiden kann. Und vielleicht trägt er ja doch mal größere, besser schmeckende Äpfel. Also fing ich an, ihn zu beschneiden. Am Anfang sehr vorsichtig, dann immer mutiger. Ich entfernte alle Triebe am Stamm und auch die größeren kreuz und quer wachsenden. Als ich damit fertig war, war ich überrascht, wieviel ich abgeschnitten hatte und hoffte, dass ich nicht übertrieben hatte.
Im nächsten Jahr wuchs mein Bäumchen wieder fleißig. Es schien, als hätte ihm der starke Beschnitt nichts nennenswert ausgemacht. Ganz im Gegenteil. Er wirkte wie befreit.
Ich schnitt ihn wieder und achtete darauf, dass er eine rundliche Krone behielt. Gleichzeitig konnte ich meine Nachbarn überreden, ihre im Laufe der Jahre stark gewachsenen Bäume zu stutzen, so dass wir endlich wieder Licht in unserem Garten hatten.
Und siehe da - im dritten Jahr trug mein Apfelbäumchen ungefähr doppelt so viele Äpfel wie vorher. Sie waren auch größer geworden. Und die größten schmeckten sogar gar nicht so schlecht.
Wieder schnitt ich ihn zum Herbst und im vierten Jahr verdoppelte sich die Anzahl der Äpfel wieder. Wir konnten reichlich davon ernten und essen. Sie waren leicht säuerlich und geradezu erfrischend im Sommer. Der Stamm des Baums ist kräftiger denn je und er hat auch einen Schädlings-Angriff bestens überstanden, ohne, dass ich mit der Chemie-Keule dagegen vorgegangen bin.
Was habe ich daraus gelernt?
1. Ich hatte eine Vision: einen schönen, gesunden Apfelbaum.
2. Ich hatte Mut und verließ die Komfortzone, indem ich etwas neues wagte und mich darin übte.
4. Meine Strategie des Schneidens, um zu wachsen ging auf.
6. Ich bereinigte sein Umfeld.
7. Ich gab nicht auf und hatte Geduld.
8. Auch ein älterer Baum kann sich noch toll entwickeln.
Und so konnte ich im wahrsten Sinne des Wortes die Früchte des Erfolgs ernten.
Letztendlich sind dies auch die wesentlichen Faktoren, die Du benötigst, um Deine Ziele zu erreichen.
- Formuliere Deine Vision.
- Befreie Dich von Zeit- und Energiefressern.
- Bereinige Dein Umfeld, das Dich an Deinem Wachstum hindert.
- Konzentriere Dich auf Deine Mission.
- Behalte Dein Ziel im Blick.
- Akzeptiere, dass Du nicht alles richtig machst.
- Optimiere Deine Technik.
- Hab Geduld und gib nicht auf.
Dann wirst Du Deine Früchte in Dimensionen ernten, die Du Dir bisher nicht vorstellen konntest.