18/05/2022
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18.05.2022
https://www.westfalen-blatt.de/owl/kreis-herford/herford/wie-plastik-schinken-den-umsatz-ankurbeln-2573320?pid=true
Unternehmer hat sich auf den Bereich Verkaufsförderung spezialisiert
Wie eine Herforder Agentur mit Plastik-Schinken den Umsatz ihrer Kunden ankurbelt
Herford-Sei es eine dekorierte Auslage beim Metzger oder der Stand auf der Kirmes: Es könnte sein, dass Werner Kuhlins bei dieser Dekoration seine Finger im Spiel hatte. Mit seiner Agentur in Herford hat er sich auf die sogenannte Verkaufsförderung spezialisiert. Er hat all das im Angebot, das Kunden beim Verkauf ihrer Waren hilft - zum Beispiel Schinken aus Plastik.
Bei Werner Kuhlins ist jeden Tag Wochenmarkt.
Verschiedene Sorten Schinken und Käse hat er stets im Angebot. Und auch Zitronen, Paprika oder Mais lagert er kistenweise – importiert aus Italien. Über ein Verfallsdatum braucht sich der Unternehmer keine Gedanken zu machen. Denn seine Waren sind aus Kunststoff. „Hier sind die Erdbeeren immer reif“, sagt Werner Kuhlins augenzwinkernd mit Blick auf die beginnende Erdbeersaison.
Das Geschäft mit den Lebensmitteln aus Plastik trägt den Titel Verkaufsförderung. Bedeutet: Jeder, der etwas an den Mann oder die Frau bringen will, ist potenziell Werner Kuhlins Kunde. Was wäre beispielsweise eine Saftbar ohne die passende Dekoration aus Ananas, Melonen oder Bananen?
Nach seinen Kunden gefragt, zählt der Unternehmer eine lange Liste auf: „Supermärkte, Theater, Privatleute, Schlachter, Bäcker. Alle, die Dekoration brauchen.“
Und weil nicht nur in Deutschland Lebensmittel ansehnlich präsentiert werden wollen, verkauft der Unternehmer seine Ware auch nach Frankreich, Italien, die Schweiz, die Benelux- Staaten und Österreich.
Dabei habe jedes Land aber auch so seine Eigenheiten, weiß Kuhlins. Käse sei beispielsweise nicht gleich Käse. „Wir haben hier Käse, den gibt es in Deutschland gar nicht.“ Er holt aus einer Kiste eine rundliche Käsekugel, die mit einer Schnur zusammengebunden ist. Ein geräucherter Käse, der in Pizzerien in anderen Ländern durchaus beliebt sei.
Wenige Kartons weiter entdeckt Kuhlins etwas, das neben dem dekorativen noch einen weiteren Zweck erfüllt. Ein großer Käselaib, ausgehöhlt und gefüllt mit einer Plastikschale. Wer schon einmal Käse zum Probieren angeboten bekommen hat, der dürfte mit solch einem XXLKäse in Berührung gekommen sein.
In den Räumen von Werner Kuhlins gibt es nichts, was es nicht gibt. Softeis in verschiedenen Farben, Äpfel, Möhren, Fenchel, Kuchen, Brezeln, Salami – die Liste lässt sich unendlich fortführen.
„Haben wir nicht, gibt es nicht“, sagt er. Und das gilt nicht nur für das Lebensmittel- Sortiment. Denn eine Zitrone oder ein Brot aus Kunststoff allein lockt die Kunden im Zweifel noch nicht zum Stand oder in den Laden. Dafür braucht es plakative Werbung. Und auch die gibt es bei Kuhlins.
Im Erdgeschoss seiner 1200 Quadratmeter großen Firma an der Ahmser Straße hängen diverse Flaggen, die Eis, Bockwurst, Thüringer Bratwurst oder Crêpes bewerben. Den Schriftzug und das passende Bild fertigt Kuhlins wunschgenau vor Ort an. Jedes Fähnchen habe seine Saison: „Im Sommer verkaufen wir mehr Eis, im Winter sind es Crêpes.“
Unterschiede zwischen den Ländern stelle er allerdings nicht fest. In Italien werde eben genauso Eis verkauft wie in der Schweiz.
Kuhlins hat seine Agentur für Verkaufsförderung 1992 gegründet und arbeitet hier gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Szilvia Vetor.
„Wir haben die Waren die Sie brauchen, um ihre Ware zu verkaufen“, erklärt er das Prinzip. Und deshalb ist seine Agentur auch ziemlich breit aufgestellt. Während er für den einen Kunden Lebensmittel aus Kunststoff verpackt und verschickt, benötigen Textilhäuser beispielsweise Kleiderchips, mit denen sie an den Kleiderbügeln die Größen markieren können.
Und wer mit offenen Augen durch die Innenstädte geht, entdeckt an jeder Ecke Mittel zur Verkaufsförderung: Kunststoffrahmen, in die Schilder eingehängt werden, Räumungsverkaufs- Schilder, Rabatt-Aufkleber, kleine Aufsteller für Prospekte – all das lagert Werner Kuhlins in seinen Firmenräumen.
(Von Angelina Zander)