03/06/2025
ABGEBLITZT.
Die Stadt Rastatt hatte zum Pitch für ein neues Corporate Design aufgerufen. Jetzt, Ende Mai wurde der Entwurf der beauftragten Agentur „Dreimaleins Marketing“ aus Baden-Baden dem Stadtrat zur Annahme vorgelegt und ist ... – abgeblitzt!
Das ist unsere Einschätzung:
Der Logo-Entwurf (oben) soll vor allem Barrierefreiheit herstellen und durch sein Einfachheit brillieren. Auf das traditionelle Farbspiel Rot/Gelb wird verzichtet, „es wirke billig“ (Zitat). Stattdessen setzt die Agentur auf Grünton-Varianten, kombiniert mit schwarzer oder weißer Schriftfarbe je nach Einsatzzweck. Das offizielle Wappen wurde geringfügig stilisiert und mittig über dem Namen angeordnet. Als Schriftart kommt die „Futura“ zum Einsatz.
In unseren Augen wirkt das neue Logo selbst billig. Es hat keinen großen gestalterischen Anspruch und ist ein Rückschritt in der erfolgreichen Selbstdarstellung Rastatts. Es fehlt ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal, hier wird einfacherweise das Wappen zu Hilfe genommen. Doch gerade diese hoheitlichen Wappen sind es, die nicht mehr modern sind und wie aus der Zeit gefallen wirken. Außerdem werden die zwei großen T optisch „zusammengebunden“ und das ohne spezielle Aussagekraft oder gestalterische Notwendigkeit – typografisch ein No-Go!
Das (noch) bestehende Logo der Agentur „exakt Risché“, entworfen vom Grafikdesigner Stefan Risché (unten), haben wir beim Entstehen 2012 als großen Wurf gefeiert. Denn die beiden kunstvoll ineinander gearbeiteten R stehen für die Moderne und das Barocke, das für Rastatt kennzeichnend ist. Die Farben Rot und Gelb referieren schlicht und ergreifend zu den hoheitlichen Farben Badens und sind daher alles andere als „billig“. Das Logo ist auch 13 Jahre nach seinem Entstehen auf der Höhe der Zeit. Wenn man es tauscht, dann muss schon wirklich etwas Besseres dabei herauskommen.