05/05/2025
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𝐀𝐮𝐟 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 𝐊𝐚𝐟𝐟𝐞𝐞 𝐦𝐢𝐭...
Gerrit Hartung
oder:
Wenn gegenseitiges Vertrauen zu Gerechtigkeit führt.
𝐃𝐢𝐞 𝐔̈𝐛𝐞𝐫𝐫𝐚𝐬𝐜𝐡𝐮𝐧𝐠 des Tages erfolgt bereits im Foyer der geschmackvoll eingerichteten Räume der traditionsreichen Rechtsanwaltskanzlei Gerats Hartung und Partner GbR, tief im Herzen von Borussia Mönchengladbachs Geburtsort, im Stadtteil Eicken:
Dr. Gerrit W. Hartung fällt ein Saison-Sonderheft des FohlenEchos aus dem Jahre 1996 in die Hände.
Als er es mit den typisch leuchtenden Augen eines einstigen Bökelbergkids betrachtet und erste Seiten neugierig aufschlägt, weiß ich, dass ich den richtigen Gesprächspartner treffe.
„Es ist wunderbar erhalten - ganz wie die Borussia!“ schmunzelt der erfolgreiche Rechtsanwalt und FIFA-lizensierte Spielerberater.
Mehr als 30 Jahre Erfahrung und über 20.000 Mandanten sprechen an diesem Ort für sich. Hier wird juristisches Know-How mit einem hohen Digitalisierungsgrad kombiniert - vertrauensvolle Beratung immer auf Basis eines ausgeprägten Gerechtigkeitssinns vorgenommen, wie Hartung es lebendig anhand zahlreicher nachvollziehbarer Beispiele und Anekdoten veranschaulicht.
„Bereits mein Vater Wolfgang Hartung hat über Jahrzehnte hinweg als Justiziar erfolgreich und vertrauensvoll für Borussia Mönchengladbach gearbeitet. Mir hat er , als ich ein Kind war, die ersten stimmungsvollen Besuche auf dem Gladbacher Bökelberg beschert. Mit sieben Jahren durfte ich das legendäre Büchsenwurfspiel gegen Inter erleben, war Zeitzeuge der höchsten Bundesliga-Siege der Vereinsgeschichte. All das hat mich ebenso geprägt wie meine Teenagerzeit, in der ich gemeinsam mit meinen Freunden zur zweiten Halbzeit kostenlos in die Nordkurve gestürmt bin. Später, als junger Anwalt, entwickelte sich in mir ein totaler Gerechtigkeitssinn. Wir kämpfen als Kanzlei bis zur letzten Instanz für das Recht unserer Mandanten. Ungerechtigkeiten wecken meinen sportlichen Ehrgeiz. Das war schon immer so.“
Und wie kam es später bei allen anwaltlichen Aktivitäten im Hauptberuf, zu der Idee Spieler zu beraten?
„Ende der 80er-Jahre habe ich Borussias damaligen Mittelfeld-Akteur Christian Hochstätter in der Gladbacher Altstadt kennengelernt. Es entstand eine Freundschaft mit engem Fußballbezug und in den Winterpausen ging es gemeinsam mit unseren Familien zum Skilaufen. Eines Tages eröffnete mir Christian, dass er durchaus einen Berater gebrauchen könnte: Wenn du einmal Spielerberater werden solltest, werde ich dein erster Klient! lauteten seine Worte. An einem geschichtsträchtigen Datum, dem 15.12.1995 (der Verkündung des Bosman-Urteils), gaben wir uns die Hand um diese Vereinbarung miteinander zu treffen. Noch heute gehen wir gerne miteinander essen und telefonieren regelmäßig. Verlässlichkeit prägt unser Verhältnis. Ähnliches gilt für viele ehemalige und aktuelle Wegbegleiter.“
Mit Blick auf die zweite Profession des symphatischen Gladbachers, fällt der Name seiner Agentur „Big Point“. Sie ist eine der führenden FIFA-registrierten Spielerberatungsagenturen. Gekennzeichnet ist sie durch einen engen, vor allem, zwischenmenschlichen Austausch und durch persönliche Begleitung der Spieler, welche immer an erster Stelle vor allen wirtschaftlichen Motiven stehen soll.
„Norbert Pflippen als Pionier der Branche, hat an der Seite namhafter Klienten eindrucksvoll bewiesen, dass die menschliche Ebene immer Vorrang haben sollte. Ich prangere an, dass manche „Schlepperbuden“ junge Leute nicht immer seriös beraten. Wenn Talente zum Spielball werden, leidet die sportliche Perspektive und auch das Menschliche bleibt auf der Strecke. Ich sehe mich zuerst als Vertrauensperson, dann als Anwalt bzw. Spielerberater. Dazu gehört Hilfestellung auch in brenzliger Lage, was auch einmal einen nächtlichen Privatbesuch und etwas Zuspruch beinhalten kann. Wir haben schließlich mit Menschen zu tun.“
Erneut nimmt unser Gespräch Fahrt auf als das FohlenEcho-Sonderheft 1996 viele Hochglanz-Porträts bewährter Borussen in die Jetzt-Zeit transportiert.
„Das waren und sind in erster Linie ganz normale, bodenständige Charaktere, ohne den Hang zu Extravaganzen. Heute ist es doch grenzwertig, wenn hochgejubelte Talente ihren inneren Kompass verlieren und später auch aufgrund falscher Beratung tief fallen.“
Als ich Gerrit Hartung nach imponierenden Spielerpersönlichkeiten befrage, möchte er zunächst niemanden hervorheben, bis es dann aber doch geschieht:
„Mich begeistern Jungs, die klar im Kopf und stark im Charakter sind. Einer dieser echten Typen ist sicher der gebürtige Neusser und heutige Direktor im Bereich Jugend-Scouting bei Borussia, Markus Hausweiler. Mich hat tief beeindruckt, dass er den Profifußball als riesige Chance erkannte und nutzte. Als gelernter Maurer wusste er genau, was harte Arbeit bedeutete und so vorbildlich war sein Einsatz in jedem Spiel. Unvergessen, wie er den damaligen Weltklassespieler Michael Ballack des Öfteren völlig abmeldete. Die Permisse von Roland Virkus: Charakter schlägt Talent, trifft auf Markus Hausweiler vollumfänglich zu.“
Gladbachs Geschäftsführer Sport Roland Virkus hält Gerrit Hartung für einen extrem ausgewiesenen Experten, sehr seriösen Handwerker und einen der fundiertesten Analysten im Fußball-Business.
„In meiner Karriere habe ich selten einen Sportdirektor erlebt, der derart akribisch und zielstrebig arbeitet. Generell empfinde ich die derzeitige Führungsriege der Borussia mit Rainer Bonhof an der Spitze und nun auch durch Uwe Kamps ergänzt, als so gut wie lange nicht aufgestellt.“
Im weiteren Verlauf unserer Begegnung berichtet Hartung von emotionalen Meilensteinen der Gladbacher Historie wie dem Tränengas-Pokalfight gegen Bremen 1984 als der Stern des „Langen“ Hans-Jörg Criens aufging. Er lässt das 5:1 der Fohlen gegen Real ebenso aufleben wie den Pokalsieg 1995 in Berlin.
„Ja, ich hatte das Glück, dabei gewesen zu sein. Auch das De Camargo-Tor gegen Bochum hat mich emotional gepackt. Neben mir stand einer meiner besten Jugendfreunde Ulf Hölscher. Die ganze Tribüne hat gebebt. All das betrachte ich durch die Fohlen-Brille und bei aller Professionalität rückblickend natürlich auf der Gefühlsebene. Unvergessen!“
Mit Blick auf die Zukunft des Vereins ist Gerrit Hartung guter Dinge, weil er auch die sehr gute Infrastruktur des Borussia-Parks als gewichtigen Pluspunkt sieht.
„Wenn sich Borussia perspektivisch auf den Rängen 6 - 8 einfindet und vielleicht einmal wieder ein Pokalsieg in Sichtweite wäre, möglicherweise sogar ein europäischer Wettbewerb erreicht werden würde, will ich dabei sein! Wenn es gelänge, eines Tages nochmal einen Pokal, in welchen Nachthimmel auch immer zu recken, wäre dies sicher ein Traum für jeden Borussen.“
Gerrit Hartung wirkt auf mich nicht nur wie ein Profi auf vielen Gebieten, sondern auch wie ein überzeugtes Mitglied seines Vereins Borussia, dem er bereits seit 1991 angehört.
Sein Lebensmotto: „Die richtige Taktik entscheidet.“ sieht er sowohl im Fußball wie auch im Leben bestens verortet.
In ihm durfte ich einen fachkompetenten Profi und Gerechtigkeitsfanatiker - zugleich einen authentischen Begleiter des Fußballs und seiner Protagonisten kennenlernen.
Ganz egal wohin ihn das Leben führt, ein überzeugter Borusse bleibt Gerrit Hartung allemal.
Vielen Dank für die spannende Begegnung, lieber Gerrit Hartung.
Es war mir eine besondere Freude.
𝐇𝐚𝐥𝐭𝐞𝐭 𝐳𝐮𝐬𝐚𝐦𝐦𝐞𝐧, 𝐁𝐨𝐫𝐮𝐬𝐬𝐞𝐧!
🤝
𝐄𝐮𝐞𝐫
𝐒𝐭𝐚𝐝𝐢𝐨𝐧𝐩𝐨𝐞𝐭
𝐃𝐢𝐫𝐤 𝐃𝐢𝐥𝐥𝐞𝐧𝐛𝐞𝐫𝐠𝐞𝐫
📸 & ✍🏽 Dirk Dillenberger - Autor