28/05/2019
Tschüss Uni Marburg!
Gestern war mein letzer Tag an der Uni Marburg. Mein Büro in der Baracke ist geräumt und meine Koffer für meine neue Tätigkeit an der University of Southern Denmark sind gepackt. Die Innovative Wertschöpfungskonzepte verabschieden sich damit endgültig. Somit wird auch diese Seite vorerst nicht fortgeführt, bleibt aber zur Erinnerung online.
Herzlichen Dank an alle und auf Wiedersehen!
Thomas Clauß
P.S. Das nachstehende Interview hatte ich der Fachschaft zum Abschied gegeben. Ich hatte das zwar bereits gepostet, finde jedoch, dass das ein schöner Abschluss ist.
Was werden Sie an Marburg oder der Uni am meisten vermissen?
Unser Fachbereich an der Uni Marburg zeichnet sich durch eine sehr familiäre Atmosphäre aus. Bedingt durch die Größe unseres Fachbereichs und durch die Lage in der Innenstadt ist die Nähe zwischen Dozenten und Studierenden hoch. Ich fand es toll, einige Studierende in einer persönlich geprägten Zusammenarbeit durch das Studium begleiten zu dürfen. Einige Studierende habe ich nach meinem Start in 2013 in ihrem Bachelorstudium kennengelernt und über verschiedene Module, studentische Mitarbeitertätigkeiten bis hin zur Masterarbeit begleitet. Diese hohe Familiarität sowie daraus entstandene Freundschaften werde ich besonders vermissen.
Gibt es ein prägendes Erlebnis, das Sie während Ihrer Zeit an der Philipps-Universität nicht vergessen werden?
Es gibt eigentlich unendlich viele prägende Ereignisse. Ich kam als junger Juniorprofessor mit knapp 30 Jahren direkt nach meiner Promotion nach Marburg. Die letzten sechs Jahre haben mich in meiner Rolle als Lehrender, als Forscher und als Sparringspartner für die hessische Wirtschaft entwickelt und zu der Person gemacht, die ich heute bin. Aber natürlich gibt es auch einige besonders prägende Ereignisse. Insbesondere habe ich in den letzten Jahren festgestellt, was in den Marburger Studierenden steckt, wenn man die richtigen Formate wählt. Hervorzuheben ist z.B. ein Seminar, in dem unsere Bachelorstudierenden bei der Erstellung eines Imagefilms für den Fachbereich behilflich sein sollten. Von unseren Teilnehmern wurden in unglaublicher Akribie und Qualität drei Imagefilme erstellt, die jeweils so hätten verwendet werden können. Unser offizieller Imagefilm stammt aus diesem Seminar. Ähnlich tolle Ergebnisse konnte ich zuletzt in meinen Masterveranstaltungen sehen. Meine Studierenden in Entrepreneurship haben vor zwei Jahren Start-up Konzepte bei PWC in Frankfurt gepitcht, die teilweise selbst die anwesenden Berater von PWC sprachlos gemacht haben. Vergleichbares konnte ich dieses Jahr in einem kooperativen Seminar mit Volkswagen Financial Services erleben. Zusammen haben mich diese Ereignisse insofern geprägt, dass ich gemerkt habe, wie wichtig es ist, als Lehrender Freiraum zu geben und Kreativität zu fördern. Ich selbst habe dadurch von meinen Studierenden sehr viel lernen können.
Worauf freuen Sie sich in Dänemark?
Veränderung allgemein ist immer spannend und fordert einen zu neuen Leistungen heraus. Insbesondere freue ich mich darauf, in einem ingenieurwissenschaftlichen Department beschäftigt zu sein. Zwar werde ich mich auch weiterhin mit Fragen zu Innovation, Entrepreneurship und neuen Geschäftsmodellen auseinandersetzen, der direkte technologische Bezug sowie die Zusammenarbeit mit Experten aus den Bereichen Robotics, Drohnen oder Künstliche Intelligenz werden jedoch die Anwendungsnähe meiner Forschung erheblich steigern. Für mich als ausgebildetem Ingenieur ist das eine tolle Möglichkeit.
Möchten Sie sich noch mit einem Wort an die Studenten wenden?
Vor allem möchte ich mich bedanken, für Inspiration, für Diskurs, für das eine oder andere Kopfschütteln und viele freudvolle Momente. Zudem möchte ich Ihnen sagen: Bleiben Sie Ihren Zielen treu, auch wenn diese vielleicht mal nicht mit Credit Points in Einklang zu bringen sind. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. Sollte ich Ihnen auch weiterhin zur Seite stehen können, ist Dänemark nicht aus der Welt und ich bin auch weiterhin per Email für Sie erreichbar.