16/09/2026
Ich glaube, wir verwechseln bei Sichtbarkeit ziemlich oft Mut mit Gewöhnung. 👀
Wenn ich im Gym jemanden sehe, der einfach sein Handy aufstellt, auf Aufnahme drückt und losredet, sieht das immer so selbstverständlich aus.
Und von außen denkt man schnell:
„Ja gut. Die hat halt kein Problem damit.“
Aber vielleicht hatte sie das mal.
Vielleicht hat sie beim ersten Mal auch fünf Minuten gewartet, bis niemand in der Nähe war.
Vielleicht hat sie die Aufnahme abgebrochen, sobald jemand vorbeigelaufen ist.
Vielleicht fand sie ihre eigene Stimme furchtbar.
Vielleicht dachte sie auch: „Was denken die jetzt alle von mir?“
Der Unterschied?
Sie hat irgendwann trotzdem angefangen.
Und dann nochmal.
Und nochmal.
Bis aus etwas, das Überwindung gekostet hat, irgendwann etwas völlig Normales geworden ist.
Das ist übrigens genau der Grund, warum ich diesen Satz nicht besonders hilfreich finde:
„Ich bin einfach nicht der Typ für die Kamera.“
Du warst wahrscheinlich auch nicht „der Typ“, der beim ersten Besuch im Gym völlig selbstverständlich wusste, wo alles steht und wie jedes Gerät funktioniert. 😅
Du hast dich daran gewöhnt.
Und genau DAS darf auch mit Sichtbarkeit passieren.
Du musst nicht plötzlich super selbstbewusst werden.
Du musst nicht aufhören, dir Gedanken darüber zu machen, was andere denken.
Und du musst schon gar nicht zu dieser extrovertierten Person werden, die gefühlt überall eine Kamera aufstellen kann.
Du musst deinem Gehirn nur oft genug zeigen: Wir können das. Und es passiert nichts Schlimmes.
Also vielleicht ist dein nächstes Ziel nicht:
„Ich möchte endlich selbstbewusst vor der Kamera sein.“
Sondern einfach:
„Ich möchte es so oft machen, bis es sich nicht mehr besonders anfühlt.“
Und irgendwann drückst du auf Aufnahme und denkst gar nicht mehr darüber nach.
Während irgendwo jemand anderes steht, dich beobachtet und sich fragt:
„Wie kann die das bitte einfach so machen?“ 😂
📌 Speicher dir das für den Tag, an dem du wieder denkst, du wärst „einfach nicht der Typ dafür“.