18/02/2026
„Was hat sich in der Welt verändert? Das Ortsleben, das einmal vertraut war, das man von früher kennt, versteht man nicht mehr – die Heimat zerrinnt von innen", formuliert Fritz Kuhn, ehemaliger Stuttgarter Oberbürgermeister, einen wichtigen Ansatz an diesem Abend zur Frage: "Ist das noch / schon mein Land?".
Der PEN Berlin – ein Zusammenschluss von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, der sich für Meinungsfreiheit und verfolgte Autorinnen und Autoren einsetzt – tourt im Vorfeld der baden-württembergischen mit der Reihe „Heimat und Demokratie“ durch das Land. Ziel: gesellschaftliche Fragen ins Gespräch bringen, bevor gewählt wird.
In Bad Mergentheim - Lebensfreude im Herzen diskutierten Literaturkritiker Denis Scheck "Druckfrisch" und Fritz Kuhn, moderiert von Beatrice Faßbender, begleitet von PEN-Sprecher Deniz Yücel sowie Autor Aron Boks. Kuhn warnte davor, den Begriff „Heimat“ rechten Strömungen zu überlassen. Seine Deutung: Heimat als Zugehörigkeit, Teilhabe und positive Utopie. Scheck näherte sich mitunter literarisch: Heimat finde er nicht nur geografisch, sondern auch in Entenhausen, im Auenland oder auf der USS Enterprise. Auch aus den Wortmeldungen des Publikums zeigte sich, Heimat ist oft ein Gefühl – zwischen Sehnsucht, Zweifeln und Verantwortung.
Wertvoll war an diesem Abend: Über 220 Menschen kamen zusammen, hörten zu, widersprachen, brachten eigene Erfahrungen ein. Solche Räume sind für eine Demokratie entscheidend – weil man sich begegnet und offen darüber spricht, was einen bewegt.
Literatur Allerorten ehemals: Literatur im Schloss