16/04/2021
❗️Statement❗️
„Wir bringen ein gesellschaftliches Sonderopfer, damit andere Wirtschaftszweige geöffnet bleiben können oder eben auch geöffnet werden.“
Dieses Zitat stammt vom Präsidenten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Guido Zöllick, vom 18.03.2021.
Es ließe sich auf viele andere Branchen, Unternehmer, Künstler, Soloselbstständige und unsere Kinder und Jugendliche (Stichwort: Untersagung des Schulbesuchs ganz aktuell ab Montag durch den Landkreis) übertragen, denen diese Sonderopfer abverlangt werden. Das vergessen wir nicht.
Dieses Opfer bringen wir nun schon seit vielen Monaten, vielen schlaflosen Nächten, vielen Tränen.
Hilflosigkeit, Ohnmacht, Wut und Despression haben sich schon seit langer Zeit breitgemacht. Bei den Unternehmern, bei den Angestellten.
Hygienekonzepte, die umgesetzt wurden. Zahlen, die von keiner bzw. kaum Ansteckungsgefahr im laufenden Gastronomiebetrieb sprechen. Nichts wert. Ausharren, abhängig von Entscheidungen unserer Politiker, die sich auch schon mal täglich ändern dürfen. Nichts passiert.
„Aber es ist doch nur für ein paar Wochen.“
„Aber ist doch nur für ein paar Monate.“
„Aber ist es doch für die Gesundheit.“
Sprechen wir über Solidarität.
Guido Zöllick (DEHOGA): „ Jeder Monat Schließung bedeutet für unsere Betriebe durchschnittlich 75 Prozent Umsatzverlust. Die Konten sind leer, die Rücklagen aufgebracht, die Angst vor dem endgültigen Aus nimmt dramatisch zu.“ Er bezieht weiter Stellung zu den „solidarischen“ Hilfen: „Diese flössen nach wie vor sehr langsam und vor allem in nicht ausreichenden Höhen, um einen monatelangen Lockdown zu überstehen. Und weshalb werden nicht einhundert Prozent der Fixkosten erstattet, die in unseren Betrieben anfallen?“
Die Antwort? Haben wir nicht gefunden. Politisches Versagen? Ja. Gesellschaftliches Versagen? Da darf sich jeder selbst hinterfragen. Dazu gern nochmal den ersten Satz lesen.
Man schaue nach links. Und nach rechts. Wer macht so weiter wie bisher? Wer verzichtet (finanziell)? Wenn wir über Solidarität sprechen geht das auch immer mit dem Sprechen über Verhältnismäßigkeiten einher.
Durchhalteparolen haben wir in den letzten Monaten oft gehört.
„Ihr schafft das schon.“
„Lasst euch nicht unterkriegen.“
Nett gemeint, viele sehr aufrichtig. Lösungsansätze? Leider nein. Wie denn auch. Die meisten sind mit sich selbst beschäftigt. Solidarität? Schwer zu greifen.
Es geht um Geld. Es geht um die Psyche. Um die Gesundheit. Darum, das machen zu dürfen, was man kann, was man gelernt hat. Und was man gerne macht. Wir arbeiten gerne. Aber wir dürfen nicht.
Gute Miene zum bösen Spiel machen? Können wir, haben wir bewiesen. Möchten wir aber nicht mehr, es laugt aus, tut emotional weh, macht krank. Darum dieses Statement. Darüber sollte man offen (miteinander) reden können. Wir sind da, falls ihr es wollt.
Wir wünschen euch ein schönes Wochenende, bleibt menschlich.