11/04/2023
Werbung hat nur dann Momentum, wenn ihre Botschaft vom Verbraucher gelernt und in nachhaltige Erinnerung umgewandelt wird. Wie kann dies geschehen?
Psychologen haben hierauf eine leicht nachvollziehbare Antwort:
Wir können Informationen dann am leichtesten lernen und anschließend erinnern, wenn sie in den Zusammenhang einer Geschichte eingebettet sind und durch Bilder visualisiert werden. Diese wecken dann bestimmte, uns aus anderen Zusammenhängen bekannte Emotionen. Psychologen nennen diesen Prozess Kodierung.
Bilder sollten durch eine chronologisch ablaufende Geschichte, die unseren Denkstrukturen entspricht, miteinander verbunden werden. Geschichten übernehmen für uns somit die Kodierungsarbeit. Mit ihrer Hilfe fällt es uns anschließend leichter, uns an Informationen zu erinnern.
Dieser Technik bedienen sich übrigens auch die Gedächtniskünstler, die in der Lage sind, schier unglaublich lange Zahlenreihen innerhalb kurzer Zeit auswendig zu lernen. Ihr Trick: Jede Zahl wird mit dem Ereignis einer Geschichte verknüpft.
Es besteht kaum ein Unterschied zwischen erlebten und erzählten Geschichten, da auch erzählte Geschichten miterlebt werden und untrennbar mit erlebten Geschichten in Zusammenhang stehen. Sonst würden wir sie auch nicht verstehen.
In einer Zeit, in der ganz unterschiedliche Lebensstile nebeneinander existieren, muss man beim Erzählen von Geschichten der Geteiltheit von Erfahrungen Rechnung tragen. Große Geschichten, die bislang die Identität, Kultur oder Tradition einer Gesellschaft bildeten, werden abgelöst durch kleinere Erzählungen, wie sie die Werbung anbietet.