05/01/2024
Gesundes Mittagessen aus dem eigenen Garten/Gärtnern in der Mittagspause
Gärtnern ist eine meiner großen Leidenschaften. Draußen an der frischen Luft mit den Händen in der Erde zu wühlen und sich dabei die Sonne auf die Haut scheinen zu lassen – für mich einfach ein wunderschönes Gefühl. Zu sehen, wie aus einem Samenkorn eine reiche Ernte wird, begeistert mich jedes Mal aufs Neue. Die Sache hatte für mich nur einen Haken. Früh aus dem Haus in die Arbeit, abends angestrengt nach 1 - 1 1/2 Stunden Rückfahrt (auf meinem Weg ist seit gut 10 Jahren Dauerbaustelle, welche quasi täglich Staus sorgt) endlich wieder zu Hause angekommen. Doch kaum da, schon wieder weg, denn als ebenso passionierte Pferdemutti warten auch hier jeden Tag meine Pflichten auf mich. Unterm Strich hieß das für mich, unter der Woche keine Zeit für meinen Garten zu haben.
Im Winter 19/20 litt ich extrem unter starken Mittagstiefs, welche mich kaum die Augen offenhalten ließen. Ich probierte meine Essgewohnheiten in der Pause zu ändern und anstatt irgendwas in mich reinzustopfen, was so da ist, oder schnell aufgewärmt ist, habe ich mir jeden Mittag eine schöne große Schüssel Salat gemacht. Zu meiner eigenen Überraschung hat es mir sehr geholfen. Angesichts der Salatpreise fing ich an, mich intensiver mit dem Thema Salatbau im Winter zu beschäftigen. So kam eines zum anderen, ich fand viele Anregungen, wie es denn allgemein zeitsparender und besser klappen könnte mit meinem Garten.
Dann kam Corona. Plötzlich war der Mann zu Hause, bei uns gingen alle ins Homeoffice, zusätzlich wurden Stunden abgebaut und das Wetter war fantastisch. Die Gemüsebeete wurden anhand meiner gesammelten Tipps neu angelegt. Es hat funktioniert: Noch nie hatte ich so schönes Gemüse und das in Hülle und Fülle. Auch das unliebsame Unkraut hielt sich in Grenzen.
Da ich nun von zu Hause arbeitete, hatte ich jeden Mittag Zeit durch die Beete zu schlendern, Unkraut zu jäten, zu düngen, ernten und nachzusäen. Der Garten lief auf einmal nebenbei, trotzdem konnte ich mich jeden Tag, bis weit in den Herbst hinein über eine große Schüssel Salat freuen. Da ich das Glück habe immer noch die meiste Zeit im Homeoffice zu verbringen kann ich meine Gartenroutine beibehalten. Und so erfreue ich mich immer noch fast jeden Mittag an meinen Pflänzchen, zupfe hier und da was nicht hingehört und sitze dann mit meiner vollen Schüssel wieder vorm Rechner und genieße die Gartenköstlichkeiten. Dadurch, dass ich meine Gärtnerlust seither viel in der Mittagspause auslebe, habe ich mir einen wundervollen Ausgleich zur Arbeit geschaffen. Für 30 Minuten tauche ich in mein kleines persönliches Paradies und alles andere um mich herum ist vergessen. Als positiven Nebeneffekt ernähre ich mich immerhin in meiner Mittagspause konsequent gesund. Da ich weiß, wo es herkommt, schmeckt es gleich noch viel besser. An meiner Winterernte experimentiere ich noch. Der letzte Winter lief schon überraschend gut, ich bin gespannt auf dieses Jahr.