15/10/2026
Digitale Barrierefreiheit ist heute gesetzliche Pflicht. Vor 30 Jahren wäre allein die Vorstellung davon vielen Menschen seltsam vorgekommen. Wir beleuchten für euch, was sich seit unserer Gründung 1996 getan hat. 🔦
1996 wurden Websites für einen Nutzertyp gebaut: sehend, hörend, bedient seinen PC mit Maus und Tastatur.
Wer nicht in dieses Raster passte, war schlicht nicht vorgesehen und damit weitgehend vom Web ausgeschlossen. ⛔️
Dann setzte eine Entwicklung ein, die bis heute anhält:
➡️ Die WCAG-Richtlinien setzten 1999 erste Standards, die allerdings kaum beachtet wurden
➡️ Screenreader und assistive Technologien machten Barrierefreiheit technisch möglich
➡️ Mobile und Touch erzwangen ein Umdenken im Design
Seit 2025 ist digitale Barrierefreiheit durch das BFSG gesetzlich verpflichtend für viele Unternehmen und Anbieter.
Relevant ist digitale Barrierefreiheit jedoch längst nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern für alle Nutzer:innen. 💡
Sie ist eng verknüpft mit SEO, UX Design und Markenwahrnehmung.
Seit Januar 2026 scannt die Marktüberwachungsstelle der Länder aktiv und kann bei Verstößen gegen das BFSG Bußgelder bis 100.000 Euro verhängen. Die EU-Kommission hat Deutschland wegen lückenhafter Umsetzung offiziell gerügt. ☝️
Konkrete Bußgeld-Fälle sind bislang noch nicht öffentlich bekannt.
Wer bisher nicht aufgefallen ist, hatte allerdings eher fehlende Kontrolldichte als Rechtssicherheit auf seiner Seite.
Absehbar ist auch, wohin die Reise als Nächstes geht:
KI-Tools übernehmen zunehmend Teile der Prüfung, generieren Alt-Texte, checken Kontraste.
Klingt nach einer großen Abkürzung.
Unsere Erfahrung zeigt immer wieder: Ist es nicht. ⚠️
Denn automatisierte Scanner erkennen nur einen Teil aller WCAG-Verstöße, je nach Studie und Methode zwischen 20 und 57 Prozent. Den Rest findet weiterhin nur menschliche Prüfung. 🔎
Selbst das W3C sagt klar: Tools können unterstützen, aber nicht abschließend beurteilen.
Wer KI-Fixes oder Overlays blind vertraut, baut sich mitunter neue Barrieren ein und verpasst zudem die Chance, ein Produkt wirklich zu verbessern.
Was gut zugänglich ist, ist meistens auch gut gemacht. ✅
Und das entsteht aus Fachwissen, n