30/09/2026
Ich schaue nach oben und sehe, wie sich der Nebel in mir lichtet.
Nicht auf einmal. Nicht hell und klar.
Sondern so, wie das Licht hier zwischen den Ästen hindurchkommt vorsichtig, unvollständig, aber da.
Ich hasse mich nicht mehr so wie früher.
Meinen Körper finde ich inzwischen ‚ok‘.
Aber ich möchte ihn irgendwann nicht nur aushalten.
Ich möchte ihn irgendwann gut finden.
Oder zumindest friedlich mit ihm sein.
Heute bin ich zu hart mit mir.
Ich denke gefühlt zehnmal komplexer mit mehr Zweifel als die anderen hier.
Ob ich richtig bin.
Ob ich gut genug bin.
Ob ich zu viel auffallen.
Ob ich zu wenig auffalle.
Ob meine Beiträge der Gruppe tatsächlich den gesagten Mehrwert bringen, oder ob das nur aus Nettigkeit gesagt wird um mich zu Motivieren oder nicht zu Frustrieren.
Ob ich das überhaupt verdient habe, hier zu sein.
Ob ich falsch bin, weil ich nicht vegan bin und das auch nicht will.
Ob ich zu weich bin, weil ich nicht so radikal in den Themen diskutiere, und Platz für alle Seiten des Tests lasse.
Sie wissen nicht, was ich schon alles getragen habe.
Die Ausbildungen. Sehr viel Mist. Psycho Krieg. Ärger. PTBS. Trauma. Therapien. Schicksalsschläge usw.
Ich war gezwungener maßen Hauptschüler und trotzdem denke ich oft komplizierter als die, die es vermeintlich leichter zu scheinen haben.
Und trotzdem stehe ich hier unter diesem Baum und frage mich,
ob ich zu viel bin.
Oder ob ich endlich anfange, genug zu sein.“
Ich habe den Song ausgewählt weil ich den Text fühle, den Song trotzdem hasse, und genau darüber direkt anfangen mit mir wieder zu Hadern.