30/12/2022
Moin Moin liebe Freunde und Kunden,
dies wird ein Werbebeitrag, Werbung für das Handwerk. Wenn du darauf keine Lust hast, solltest du ab hier aufhören zu lesen :-)
Dieses Jahr sind mir so einige Dinge zu Ohren gekommen in Sachen (schlechter) Einlagenversorgung und ich möchte einfach mal ein Paar Gedanken dazu los werden.
1. Wie viele von euch sicherlich mitbekommen haben, nicht zuletzt durch einen TV Auftritt oder astreines Marketing, kann man sich Einlagen jetzt auch im Internet bestellen. Ein Medizinprodukt. Im Internet. Einfach mal wirken lassen.
2. Hatte ich viele Kunden die erstaunt, ja geradezu erschrocken waren, das sie bei mir ihre Schuhe ausziehen mussten. "Wie, Sie möchten meine Füße sehen?"
Ich weiß das einige Kollegen sich einfach nicht die Zeit nehmen sich die Füße anzuschauen. Da wird der vom Arzt mitgelieferte Trittschaum abgegeben und man bekommt gesagt: "In einer Woche können Sie die Einlagen abholen". Hallo? Und hier verweise ich gerne auf Punkt 1: Bei solch einer Einlagen"beratung"" kann man auch gerne auf eine Onlineversorgung zurückgreifen. Schlechte oder keine Beratung bekommt ihr auch dort.
Ja, es läuft sicherlich nicht alles rund zwischen Orthopädieschuhmachern/Sanitätshäusern und den Krankenkassen, dies aber an dem Kunden auszulassen in dem man sich eigentlich alles spart was unser Handwerk überhaupt ausmacht, geht gar nicht!
Natürlich gibt es in jeder Branche schwarze Schafe, aber ich ärgere mich jedes mal aufs neue wenn ich sehe was die Leute, und das auch noch für teuer Geld, geboten bekommen.
Fast noch schlimmer ist es wenn man zum Orthopäden geht und direkt vom Arzt einen Termin zum abholen seiner Einlagen bekommt. In diesem Fall hat der Fachmann, der die Einlagen fertigt, ja nicht einmal die Chance sich die Füße anzuschauen.
Nur so nebenbei, Kooperationen alà "meine Patienten werden von dir versorgt, dafür bekomme ich jede Woche ein Pfund Kaffee" zwischen Arzt und Hersteller sind nicht zulässig.
Dazu musst du, grade wenn du das erste mal Einlagen verschrieben bekommst, wissen: Der Arzt MUSS dir das Rezept aushändigen und du hast FREIE Lieferantenwahl, d.h wenn du dir deine Einlagen irgendwo in Buxtehude oder Castrop-Rauxel machen lassen möchtest weil dort grad die Sonne scheint, ist das dein gutes Recht!
Natürlich kann der Arzt eine Empfehlung aussprechen wenn er gefragt wird wo es Einlagenlieferanten gibt, denn seien wir mal ehrlich, uns gibt es nicht wie Sand am Meer.
Noch ein paar Grundinfos (keine Details) zu einer anständigen Einlagenversorgung die man als Laie und wenn einem seine Füße und Gesundheit lieb sind wissen sollte:
Zu einer guten Beratung gehört IMMER das sich der Orthopädieschuhmacher deine Füße anschaut und auch mal in die Hand nimmt und schaut wo die Probleme sind. Das Fachwort hierfür ist "palpieren". Das heißt für dich das du vielleicht auch mal die Socken ausziehen musst.
Des weiteren ist die Wahl des Schuhs worin die Einlage getragen werden soll nicht minder wichtig als die Einlage selbst. Eine Einlage ist immer nur so gut wie der Schuh in dem sie getragen wird!
Bei Auslieferung der Einlagen MUSS der Orth. Schuhmacher sich vergewissern das die Einlage korrekt im Schuh liegt und sich auch einmal das Gangbild mit Einlagen im Schuh anschauen.
Na? wie soll das bei o.g Punkt 1 wohl bewerkstelligt werden?
Die Kombination Fuß ---> Einlage ---> Schuh muss zusammen passen, sonst bringt die beste Einlage nichts.
Achte ebenso darauf das du deine Einlagen regelmäßig erneuerst. Dir stehen 2 Paar im Jahr zu. Dieses Kontingent müsst ihr nicht jedes Jahr ausreizen, es kommt immer darauf an wie sehr die Einlage im Alltag belastet wird. Jemand der die 8 Stunden auf dem Bau arbeitet reißt das Material schneller runter als jemand der die meiste Zeit im sitzen arbeitet.
Faustformel: Wenn die Probleme wieder auftreten, ist es zu spät! Lieber einmal mehr als einmal zu wenig.
Pssssst, ein kleiner Tipp: Einlagen darf auch der Hausarzt verschreiben, diese fallen nicht in sein Budget da es sich um ein Hilfs und kein Heilmittel handelt. Ein cooler Arzt schreibt sie euch auf :-)
So erspart man sich lange Wartezeiten auf einen Termin beim Orthopäden.
Als Erstversorgung ist aber ein Besuch beim Facharzt ratsam. Wenn Ihr euch nicht sicher seid könnt ihr auch gerne vor dem Arztbesuch einen Termin mit mir machen, ich schreibe euch dann einen Versorgungsvorschlag auf.
Und noch ein Tipp im Tipp: Bevor ihr einen Termin beim Hausarzt macht, ruft vorher an und fragt ob er auch Einlagen verordnet.
Es ist wie bei allem im Leben: Nichts kommt von alleine zu einem, man muss auch selbst was dafür tun. Der Gang zum Arzt und danach zum Orthopädieschuhmacher sind immerhin schon 50%, die anderen 50% liegen an einem selbst.
Im Grunde läuft es darauf hinaus: Wir beanspruchen die Muskulatur in den Füßen ZU WENIG. Warum und weshalb würde hier den Rahmen sprengen, ich berate meine Kunden dahingehend normalerweise und gebe ein wenig an die Hand wie man das ändern kann
Das solls schon gewesen sein. Als Grundregel gilt: Wenn du dich komisch oder falsch oder gar nicht beraten fühlst, geh nicht wieder dort hin.
Ich behaupte nicht immer alles 100% richtig zu machen, um Himmels Willen. Es gibt bestimmt Kunden die mit meiner Arbeit nicht zufrieden waren oder wo die Einlagen nicht die gewünschte Wirkung erzielt haben, aber die Basis ist eine gute Beratung in der man sich Zeit nimmt. Und sollte dann etwas nicht in Ordnung sein: Einfach anrufen und nochmal vorbei schauen, denn wenn sich der Kunde nicht meldet, geh ich davon aus das alles prima ist :-)
Sollten euch meine Arbeitszeiten nicht zusagen (telefonische Terminvereinbarung) und ihr geht lieber spontan in ein Geschäft mit festen Öffnungszeiten ist das auch kein Problem. Ihr könnt gerne anrufen und dann gebe ich euch 2-3 Adressen wo ihr ohne Bauchschmerzen hinfahren könnt und die ich gewissenhaft empfehlen kann.
Allen die es bis hier hin geschafft haben wünsche ich einen guten Rutsch. Allen anderen natürlich auch :-)
Möge euch nur das beste widerfahren und alle Wünsche in Erfüllung gehen. Vor allem aber viel Gesundheit, denn diese ist unser höchstes Gut!
Wir sehen uns im nächsten Jahr, alles gute
- Daniel