Lennestrand

Lennestrand SONNIGE ZEITEN. editionshaus. strategische kommunikation. social media management

Wie Sie sehen, sehen Sie nix, oder wie der Terminator sagen würde: I'll be back!Die Website von Lennestrand befindet sic...
23/02/2026

Wie Sie sehen, sehen Sie nix, oder wie der Terminator sagen würde: I'll be back!
Die Website von Lennestrand befindet sich aktuell im Modus Under Construction. Ja, die Internetseite stellt sich neu auf, weil sich Lennestrand neu aufstellt.
Denn wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit, oder wie William Shatner sagen würde: To boldly go! Nicht nur die Weltordnung wird aktuell durchgemischt und auf den Kopf gestellt, auch das Verlagswesen und der Büchermarkt wurden und werden einmal kräftig durchgemischt. Social Media, Bookfluencer, Künstliche Intelligenz, Selfpublishing-Portale. Es hat sich eine Menge getan in den letzten Jahren und da heißt es: Nachdenken, wo und wie man sich positioniert. Machen wir gerade.
William Shatner, by the way, arbeitet mit satt über 90 noch an der Veröffentlichung eines Heavy Metal-Albums. God bless him and may the force be with him! Aber das ist eine andere Geschichte.
We'll be back soon. Sincerely yours.

+++ Kritische Verwandte +++Wenn ich Autor:innen frage, ob sie ihr Manuskript denn schon einmal jemandem zum Lesen gegebe...
22/02/2026

+++ Kritische Verwandte +++Wenn ich Autor:innen frage, ob sie ihr Manuskript denn schon einmal jemandem zum Lesen gegeben haben, lautet die Antwort oft: Der Familie oder dem besten Freund habe man es gezeigt. Okay, und wie fiel das Feedback aus? Natürlich „positiv“, fast immer mit dem Nachsatz: „Meine Frau ist meine schärfste Kritikerin“, alternativ der Ehemann, die Tochter, der Sohn usw.

Mit dem „ehrlichen Feedback“ aus dem Familien- oder Bekanntenkreis ist das so eine Sache: Ja, die sagen es, wenn ihnen ein Text nicht gefällt. Sie formulieren ihre Kritik aber so, dass sie dem, der nach der Meinung gefragt hat, nicht wehtut und er eine irgendwie positiv geartete Rückmeldung daraus entnehmen kann. Wer sagt dem Papa schon offen ins Gesicht, dass er sich da Quark aus der Birne geschraubt hat, den er besser ganz schnell entsorgt! Macht keiner, es sei denn, er ist gerade vollpubertär und muss sich vom Erzeuger* abgrenzen.
Die emotionale Bindung zu einem geliebten Menschen, unsere Sozialisation und Erziehung verbieten uns, einem engen Familienmitglied oder Freund schonungslos unsere ehrliche Meinung sagen. Obwohl wir es tun sollten.
Häufig kommen Abhängigkeitsverhältnisse hinzu: Wenn der Sohn oder die Tochter noch am Finanztropf des Erzeugers hängen, überlegen sich Filius und Filia gut, was sie wie sagen.
Wenn man abhängige Nicht-Verwandte/Bekannte nach ihrer Meinung fragt, bekommt man definitiv Akklamateure: Herr H. aus L. (immer noch das allerbeste Beispiel) arbeitet u. a. als Dozent und liest in seinen Seminaren schon mal aus dem höchstselbst verfassten Roman vor. NIEMAND im Kreis der Zuhörenden wird sich JEMALS vor versammelter Mannschaft negativ darüber äußern! Aus Höflichkeit und aus ANGST, dass sich das möglicherweise für ihn oder sie persönlich im weiteren Verlauf der Veranstaltung nachteilig auswirken könnte. Das Gleiche trifft auf Kolleginnen und Kollegen zu, die einem unterstellt sind. Ehrliche Meinung? Never ever? Wer als narzisstische Persönlichkeit Akklamateure sucht, der wird sie finden.
(weiter im Kommentar)

+++ Kritische Verwandte +++Wenn ich Autor:innen frage, ob sie ihr Manuskript denn schon einmal jemandem zum Lesen gegebe...
22/02/2026

+++ Kritische Verwandte +++
Wenn ich Autor:innen frage, ob sie ihr Manuskript denn schon einmal jemandem zum Lesen gegeben haben, lautet die Antwort oft: Der Familie oder dem besten Freund habe man es gezeigt. Okay, und wie fiel das Feedback aus? Natürlich "positiv", fast immer mit dem Nachsatz: "Meine Frau ist meine schärfste Kritikerin", alternativ der Ehemann, die Tochter, der Sohn usw.

Mit dem "ehrlichen Feedback" aus dem Familien- oder Bekanntenkreis ist das so eine Sache: Ja, die sagen es, wenn ihnen ein Text nicht gefällt. Sie formulieren ihre Kritik aber so, dass sie dem, der nach der Meinung gefragt hat, nicht wehtut und er eine irgendwie positiv geartete Rückmeldung daraus entnehmen kann. Wer sagt dem Papa schon offen ins Gesicht, dass er sich da Quark aus der Birne geschraubt hat, den er besser ganz schnell entsorgt! Macht keiner, es sei denn, er ist gerade vollpubertär und muss sich vom Erzeuger* abgrenzen.

Die emotionale Bindung zu einem geliebten Menschen, unsere Sozialisation und Erziehung verbieten uns, einem engen Familienmitglied oder Freund schonungslos unsere ehrliche Meinung sagen. Obwohl wir es tun sollten.
Häufig kommen Abhängigkeitsverhältnisse hinzu: Wenn der Sohn oder die Tochter noch am Finanztropf des Erzeugers hängen, überlegen sich Filius und Filia gut, was sie wie sagen.
Wenn man abhängige Nicht-Verwandte/Bekannte nach ihrer Meinung fragt, bekommt man definitiv Akklamateure: Herr H. aus L. (immer noch das allerbeste Beispiel) arbeitet u. a. als Dozent und liest in seinen Seminaren schon mal aus dem höchstselbst verfassten Roman vor. NIEMAND im Kreis der Zuhörenden wird sich JEMALS vor versammelter Mannschaft negativ darüber äußern! Aus Höflichkeit und aus ANGST, dass sich das möglicherweise für ihn oder sie persönlich im weiteren Verlauf der Veranstaltung nachteilig auswirken könnte. Das Gleiche trifft auf Kolleginnen und Kollegen zu, die einem unterstellt sind. Ehrliche Meinung? Never ever? Wer als narzisstische Persönlichkeit Akklamateure sucht, der wird sie finden.

Ein weiterer Aspekt: In den seltensten Fällen verfügen Familienangehörige, Freunde oder Kollegen über die literaturwissenschaftliche und vertriebliche Kompetenz, die Qualität und die Vermarktbarkeit eines Manuskripts einigermaßen objektiv beurteilen zu können. Man erhält Meinungen, vom persönlichen Geschmack gefärbte Ansichten.

Von wem erhält man denn dann ein ehrliches Feedback? Für Autoren enttäuschenderweise meistens in Form der x-ten Absage eines Verlags, dem man das Manuskript angeboten hat. Oder vom Lektor, den man schließlich dafür bezahlt, das Manuskript kritisch zu prüfen, vom Lektor, der das Manuskript Wort für Wort, Satz für Satz auseinandernimmt und kritische Anmerkungen zur Überarbeitung ins Dokument einfügt. Ja, das tut oft weh! Kritik zu akzeptieren und als Vorschlag zur Verbesserung zu verstehen, ist jedoch für Autorinnen und Autoren unabdingbar. Ein erfolgreiches Buch ist immer das Ergebnis vieler guter Ideen von vielen Menschen, die daran mitgewirkt haben. Ein erfolgreiches Buch ist immer das Ergebnis eines harten Ringens um den bestmöglichen Text, die bestmögliche Visualisierung und Realisierung.

Was ich dir empfehlen kann? Wenn dir ein Verlag eine Absage schickt, frage nach, warum dein Manuskript abgelehnt wurde! Nimm dir zu Herzen, was man dir antwortet! Denk über das Feedback deines Lektors nach! Wisch es nicht weg nach dem Motto: Ach, der weiß doch gar nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Doch! Wenn er gut ist, dann hat er deine Intention verstanden, sie hat ihn aber nicht überzeugt.

Herr L. aus H., pardon!, H. aus L., sei an Sigurd (Siegfried), den Drachentöter, erinnert, den Hochmut, Selbstüberschätzung, Manipulateure und Einflüsterer zu Fall brachten. Immerhin hatte Sigurd/Siegfried aber schon eine Karriere hingelegt, als ihm Hagen das Schwert in den Rücken rammte.
*Alle Geschlechter mitgemeint.

+++ Kompass Ethik +++Wenn ich die Veröffentlichung eines Manuskripts ablehne, ist sehr häufig nicht die Qualität des Tex...
12/02/2026

+++ Kompass Ethik +++
Wenn ich die Veröffentlichung eines Manuskripts ablehne, ist sehr häufig nicht die Qualität des Textes der ausschlaggebende Grund, sondern die ethische Vertretbarkeit. Ich muss allerdings sagen, zu ethischen Bedenken, wenn ich welche trage, gesellt sich häufig qualitatives Stirnrunzeln: Wo der moralische Kompass des Autors in die falsche Richtung ausschlägt, tendiert auch meistens das Niveau nach unten.
Als Verlegerin bin ich automatisch in der gesellschaftlichen Verantwortung und auch in der juristischen Haftung, wenn eine Publikation mit dem Lennestrand-Logo erscheint. Mir wurden schon esoterische Manuskripte mit extremistischen Positionen angeboten. Lehne ich direkt ab. Die Herausgabe politischer Manifeste, die nicht meiner eigenen - links-grün-versifften - Haltung entsprechen: Wurden mir schon angeboten, direkt abgelehnt. Nennt mich Prinzipienreiterin, aber ich möchte morgens in den Spiegel schauen, und es blickt mir eine moralisch integere Person entgegen.
Nun sind aber die wenigsten Texte von Grund auf ethisch verwerflich; das Prekäre steckt oft im Detail. Beispiel: Im Lektorat des historischen Romans von Herrn H. aus L. fällt mir auf, dass kleinwüchsige Menschen grundsätzlich als „Zwerge“ bezeichnet werden. Meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß und ethisch nicht zu vertreten. Hier wird eine gesellschaftliche Gruppe stigmatisiert, abgewertet und diskriminiert.
Ähnlich ergeht es mir mit den stereotypen Frauenbildern: schwach, flach (emotional und intellektuell, körperlich hingegen ...), sich dem Manne am Ende des Tages immer unterordnend, dem Helden verfallen. Der Mann nimmt sich die Frau, notfalls mit Gewalt. In meinen Augen realisiert sich hier männliches Wunschdenken in sprachlicher Gestalt.
Ach ja, und dann die Bedienung des Märchens vom „Bösen Wolf“: Die Predatoren als des Menschen Feind, blutrünstig, einzig darauf aus zu töten. ⬇️

12/02/2026

+++ Kompass Ethik +++
Wenn ich die Veröffentlichung eines Manuskripts ablehne, ist sehr häufig nicht die Qualität des Textes der ausschlaggebende Grund, sondern die ethische Vertretbarkeit. Ich muss allerdings sagen, zu ethischen Bedenken, wenn ich welche trage, gesellt sich häufig qualitatives Stirnrunzeln: Wo der moralische Kompass des Autors in die falsche Richtung ausschlägt, tendiert auch meistens das Niveau nach unten.
Als Verlegerin bin ich automatisch in der gesellschaftlichen Verantwortung und auch in der juristischen Haftung, wenn eine Publikation mit dem Lennestrand-Logo erscheint. Mir wurden schon esoterische Manuskripte mit extremistischen Positionen angeboten. Lehne ich direkt ab. Die Herausgabe politischer Manifeste, die nicht meiner eigenen - links-grün-versifften - Haltung entsprechen: Wurden mir schon angeboten, direkt abgelehnt. Nennt mich Prinzipienreiterin, aber ich möchte morgens in den Spiegel schauen, und es blickt mir eine moralisch integere Person entgegen.
Nun sind aber die wenigsten Texte von Grund auf ethisch verwerflich; das Prekäre steckt oft im Detail. Beispiel: Im Lektorat des historischen Romans von Herrn H. aus L. fällt mir auf, dass kleinwüchsige Menschen grundsätzlich als "Zwerge" bezeichnet werden. Meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß und ethisch nicht zu vertreten. Hier wird eine gesellschaftliche Gruppe stigmatisiert, abgewertet und diskriminiert.
Ähnlich ergeht es mir mit den stereotypen Frauenbildern: schwach, flach (emotional und intellektuell, körperlich hingegen ...), sich dem Manne am Ende des Tages immer unterordnend, dem Helden verfallen. Der Mann nimmt sich die Frau, notfalls mit Gewalt. In meinen Augen realisiert sich hier männliches Wunschdenken in sprachlicher Gestalt.
Ach ja, und dann die Bedienung des Märchens vom "Bösen Wolf": Die Predatoren als des Menschen Feind, blutrünstig, einzig darauf aus zu töten.
Nun handelt es sich beim Erguss des Herrn H. aus L. um einen historischen Roman, der auf Jahrhunderte alte literarische und historische Vorlagen zurückgreift und diese für eine junge moderne Leserschaft "übersetzen" möchte. Rechtfertigt der Rückgriff auf die alten Quellen nicht die Beibehaltung der dortigen Weltbilder, sozusagen aus Quellentreue, Reminiszenz an und Wertschätzung für die alten Texte? Ich meine nein.
Spätestens bei der Arbeit mit den Quellen hätte sich der Autor fragen müssen, ob er die veralteten Denkmodelle weitertradieren darf. Aus ethischer Verantwortung. Möglicherweise hat Herr L. aus H., pardon!, H. aus L., sich diese Frage sogar gestellt und für sich bejahend beantwortet. Umso bedenklicher!
Mein Verlag will an der fortgesetzten Manifestation von überholten Klischees und einseitig diskrimierenden Idealen nicht mitwirken. Was das Publikum liest, bleibt immer irgendwo irgendwie hängen: auch die Diskrimierung einer gesellschaftlichen Gruppe, die Stigmatisierung unschuldiger Tiere und die Abwertung eines ganzen Geschlechts.
Das Wort "Zwerg" hätte ich austauschen können, die Szene mit den Wölfen ersatzlos streichen, das "miese" Frauenbild allerdings zog sich durch.

+++ Autor:in und Verleger:in. Eine ganz besondere (Geschäfts-!)Beziehung +++Ein Buch zu veröffentlichen, dauert mehrere ...
10/02/2026

+++ Autor:in und Verleger:in. Eine ganz besondere (Geschäfts-!)Beziehung +++
Ein Buch zu veröffentlichen, dauert mehrere Monate. Auch wenn das Manuskript schon steht. Wenn das Buch erst noch geschrieben werden muss, dauert es erheblich länger, bis das Produkt im Laden steht.
In dieser Zeit arbeiten viele Menschen intensiv zusammen. Autor:in, Lektor:in, Layouter:in, oft auch Grafiker:in, Illustrator:in und natürlich die Mitarbeitenden im Verlag und in der Druckerei. Zwischen Autor* und Verleger* entsteht - zumindest in kleinen Verlagen wie meinem - oft eine besonders intensive Beziehung, weil man die gleiche Absicht hat: gemeinsam das Buch erfolgreich auf den Markt zu bringen.
Es wird viel miteinander geredet, oft gestritten, gerungen um das beste Ergebnis. Also konstruktiv! Man redet Tacheles, manchmal wird es lauter; es ist wichtig, dass man offen miteinander redet.
Das schafft Nähe und im Endeffekt auch Vertrauen, weil man weiß, was der andere denkt und wo er steht.
Sind Offenheit und Vertrauen nicht gegeben, redet man dem anderen nach dem Mund, sagt ihm, was er hören möchte und vermittelt ihm falsche Vorstellungen, falsche Hoffnungen. Im Grunde ist das Betrug!
Es ist mir immer wichtig, meinen Autoren gegenüber offen und fair zu sein. Ihnen nicht das Blaue vom Himmel zu versprechen. Sondern realistische Erwartungen zu formulieren.
Die allermeisten wissen das zu schätzen.
Ab und zu gelangt man an eine „Zecke“. Einen Autor, der nicht ehrlich ist. Der das Know-how absaugt. Die Kompetenz in Anspruch nimmt, um dann kurz vorm Ziel abzuspringen und sein eigenes Ding zu machen, sprich: in den Selbstverlag zu gehen. Meist, weil im Selbstverlag die höhere Marge lockt. ⬇️

+++ Autor:in und Verleger:in. Eine ganz besondere (Geschäfts-!)Beziehung +++Ein Buch zu veröffentlichen, dauert mehrere ...
10/02/2026

+++ Autor:in und Verleger:in. Eine ganz besondere (Geschäfts-!)Beziehung +++
Ein Buch zu veröffentlichen, dauert mehrere Monate. Auch wenn das Manuskript schon steht. Wenn das Buch erst noch geschrieben werden muss, dauert es erheblich länger, bis das Produkt im Laden steht.
In dieser Zeit arbeiten viele Menschen intensiv zusammen. Autor:in, Lektor:in, Layouter:in, oft auch Grafiker:in, Illustrator:in und natürlich die Mitarbeitenden im Verlag und in der Druckerei. Zwischen Autor* und Verleger* entsteht - zumindest in kleinen Verlagen wie meinem - oft eine besonders intensive Beziehung, weil man die gleiche Absicht hat: gemeinsam das Buch erfolgreich auf den Markt zu bringen.
Es wird viel miteinander geredet, oft gestritten, gerungen um das beste Ergebnis. Also konstruktiv! Man redet Tacheles, manchmal wird es lauter; es ist wichtig, dass man offen miteinander redet.
Das schafft Nähe und im Endeffekt auch Vertrauen, weil man weiß, was der andere denkt und wo er steht.
Sind Offenheit und Vertrauen nicht gegeben, redet man dem anderen nach dem Mund, sagt ihm, was er hören möchte und vermittelt ihm falsche Vorstellungen, falsche Hoffnungen. Im Grunde ist das Betrug!
Es ist mir immer wichtig, meinen Autoren gegenüber offen und fair zu sein. Ihnen nicht das Blaue vom Himmel zu versprechen. Sondern realistische Erwartungen zu formulieren.
Die allermeisten wissen das zu schätzen.
Ab und zu gelangt man an eine "Zecke". Einen Autor, der nicht ehrlich ist. Der das Know-how absaugt. Die Kompetenz in Anspruch nimmt, um dann kurz vorm Ziel abzuspringen und sein eigenes Ding zu machen, sprich: in den Selbstverlag zu gehen. Meist, weil im Selbstverlag die höhere Marge lockt.
Erfahrungsgemäß geht die Strategie nie auf. Weil am Ende des Tages dann doch die Kontakte und das Netzwerk (etwa zu den Medien und Distributoren), das Branchen-Know-how und die Erfahrung vieler Jahre verlegerischer Tätigkeit fehlen. Ich musste mir das schließlich auch alles erarbeiten.
In Gedanken spreche ich dann mit der "Zecke": Ich hab dir vertraut. Du hättest alles von mir haben können, was du für deinen Erfolg brauchst. Aber du hast dich anders entschieden. Now, look what you've got! What have you earned, what have you learned?

*Ich spar mir jetzt mal das Gendern; natürlich sind immer alle Geschlechter gemeint.

+++ Corona-Autoren oder: Worum geht es dir wirklich? +++Die Corona-Jahre sind an den Menschen nicht spurlos vorbeigegang...
09/02/2026

+++ Corona-Autoren oder: Worum geht es dir wirklich? +++
Die Corona-Jahre sind an den Menschen nicht spurlos vorbeigegangen. Während der Lockdowns waren wir monatelang voneinander isoliert, saßen zu Hause, brüteten vor uns hin. Wenn wir das Haus verließen, begleitete uns die Angst und wir lernten zu misstrauen. Viele fühlten sich nicht mehr gesehen, nicht mehr wahrgenommen, von der Bildfläche verschwunden.
Umso stärker ist bei vielen der Drang nach Sichtbarkeit, der Wunsch, endlich gesehen, wahrgenommen und bewundert zu werden. Auch bei Autorinnen und Autoren.
Für mich als Verlegerin ist es wichtig zu wissen, welche - wahre - Motivation einen Autor oder eine Autorin antreibt: Hat er oder sie eine Botschaft für die Leserschaft und ist sozusagen in einer Mission für die Sache unterwegs? Möchte er/sie den Lesenden unverhohlen hedonistisch vor allem Freude und Vergnügen bereiten? In meinen Augen fällt beides idealerweise zusammen, denn Botschaften lassen sich hervorragend transportieren, wenn Lesende Spaß haben.
Seit Corona lautet die Botschaft, die versendet werden soll, allerdings häufig „ICH“! Kommen wir - sein Beispiel bietet einfach zu viele Anknüpfungspunkte - noch einmal auf Herrn H. aus L. zurück! Nach seinen Motiven fragend, höre ich: Die „wahre Geschichte“ erzählen ... Okay, ein Missionar. Außerdem: Geld verdienen ... Nun, mit dem Geld Verdienen und erst recht mit dem vom Schreiben Leben ist das bei den meisten Poeten so eine Sache, aber die Zielsetzung ist legitim.
Dass es ihm in erster Linie darum ging, sein Ego (verkanntes Genie) in die Öffentlichkeit zu schieben, verriet er mir nicht. Womöglich ist es ihm nicht einmal bewusst. ⬇️

+++ Corona-Autoren oder: Worum geht es dir wirklich? +++Die Corona-Jahre sind an den Menschen nicht spurlos vorbeigegang...
09/02/2026

+++ Corona-Autoren oder: Worum geht es dir wirklich? +++
Die Corona-Jahre sind an den Menschen nicht spurlos vorbeigegangen. Während der Lockdowns waren wir monatelang voneinander isoliert, saßen zu Hause, brüteten vor uns hin. Wenn wir das Haus verließen, begleitete uns die Angst und wir lernten zu misstrauen. Viele fühlten sich nicht mehr gesehen, nicht mehr wahrgenommen, von der Bildfläche verschwunden.
Umso stärker ist bei vielen der Drang nach Sichtbarkeit, der Wunsch, endlich gesehen, wahrgenommen und bewundert zu werden. Auch bei Autorinnen und Autoren.
Für mich als Verlegerin ist es wichtig zu wissen, welche - wahre - Motivation einen Autor oder eine Autorin antreibt: Hat er oder sie eine Botschaft für die Leserschaft und ist sozusagen in einer Mission für die Sache unterwegs? Möchte er/sie den Lesenden unverhohlen hedonistisch vor allem Freude und Vergnügen bereiten? In meinen Augen fällt beides idealerweise zusammen, denn Botschaften lassen sich hervorragend transportieren, wenn Lesende Spaß haben.
Seit Corona lautet die Botschaft, die versendet werden soll, allerdings häufig "ICH"! Kommen wir - sein Beispiel bietet einfach zu viele Anknüpfungspunkte - noch einmal auf Herrn H. aus L. zurück! Nach seinen Motiven fragend, höre ich: Die "wahre Geschichte" erzählen ... Okay, ein Missionar. Außerdem: Geld verdienen ... Nun, mit dem Geld Verdienen und erst recht mit dem vom Schreiben Leben ist das bei den meisten Poeten so eine Sache, aber die Zielsetzung ist legitim.
Dass es ihm in erster Linie darum ging, sein Ego (verkanntes Genie) in die Öffentlichkeit zu schieben, verriet er mir nicht. Womöglich ist es ihm nicht einmal bewusst.
Aber woran merke ich, dass es einem Autor vorrangig um Ego-Boosting geht?
Etwa wenn der Vorschlag, einen Künstlernamen zu verwenden, das Alter, vielleicht sogar das Geschlecht zu wechseln (weil dies die Zielgruppe adäquater bedienen würde), auf sowas von vehemente Ablehnung stößt.
Wenn über das Foto des Autors intensiver und öfter diskutiert werden muss als über handwerkliche Mängel des Manuskripts.
Wenn sich die Gespräche über die Vermarktung des Buches sehr bald ausschließlich darum drehen, wie sich Herr L. aus H., pardon!, H. aus L., mit physischer oder virtueller Präsenz vor Presse und Öffentlichkeit, in den sozialen Medien, auf Veranstaltungen, im Kino-Werbespot, auf städtischen Videowalls so in Szene setzt, dass ihm jeder, wirklich jeder!, zollen muss, was er meint, verdient zu haben: Bekanntheit.
To be clear: Es ist völlig in Ordnung, wenn dein Ziel ist, dein Ego zu vermarkten! Sag es offen! Ein Buch kann dir Bekanntheit verschaffen. Das Buch muss jedoch auf diese Zielsetzung zugeschnitten sein, was Genre, Inhalt, Aufmachung und Vermarktung angeht. Herr H. aus L.? Wundert sich womöglich, warum Social Media Beiträge mit ihm als primärem Inhalt und Thema nicht trenden. Ist vielleicht dann doch zu wenig.

08/02/2026

+++ Lass uns über Talent reden! +++
Brauchst du Talent, etwa Einfallsreichtum oder Sprachkompetenz, um ein Buch zu veröffentlichen, das sich gut verkauft?
Es kommt darauf an! Zum Beispiel auf dein Buch. Für ein Kochbuch brauchst du weniger Sprachkompetenz als für Belletristik. Für einen Ratgeber brauchst du vor allem Fachkompetenz. Für einen Mangel an Talent gibt es Lösungen: pingelige Lektor:innen, Ghostwriter und KI.
Talent ist nicht alles und niemand wird als Bestseller-Autor:in geboren.
Was du brauchst, ist eine realistische Selbsteinschätzung, wo du mit deinem Talent stehst. Herr H. aus L., um bei meinem Beispiel von gestern zu bleiben, beschrieb seinen Roman im Erstgespräch als Gegenentwurf zum ... und dann nannte er mir eine dreibändige Fantasy-Trilogie eines weltberühmten britischen Universitätsprofessors, die Anfang der 2000er von Peter Jackson für Hollywood verfilmt wurde.
Nun, mehr selfish overestimation ist kaum möglich.
Sei ehrlich zu dir selbst: Was kannst du vielleicht gut - etwa krass ausgefallene Ideen entwickeln? Was kannst du vielleicht noch nicht so gut - etwa Figuren so beschreiben, dass sie "leben"?
Für alles gibt es Unterstützung und die darfst du dir holen: In Schreibkursen, im Austausch mit deinem Lektor oder deiner Lektorin, mit KI, in der Diskussion mit deinem Verlag.
Herr L. aus H., pardon!, H. aus L., der die Empfehlungen seines Lektors in den Wind schoss, kann jedenfalls von den Verkaufszahlen nur enttäuscht werden. Vermutlich wird er dafür jedoch eine Verarbeitungsstrategie parat haben: Schlechtes Marketing, schlechter Verleger - wer immer das sein mag -, undankbare Lesende, die ein Genie verkennen.
A propos Lesende: Marketing, Vertrieb, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hin oder her - am Ende des Tages entscheidet immer noch das lesende Publikum darüber, ob es ein gutes Buch geworden ist oder nicht. Egal ob Kochbuch, Ratgeber oder Roman.
Die Geschichte von Herrn H. aus L. geht natürlich noch weiter. Follow me for more!

07/02/2026

+++ Wann ist der richtige Zeitpunkt, sich einen Verlag zu suchen? +++
Wenn das Manuskript in deinen Augen (fast) fertig ist? Nein! Viel früher!
So gut wie jede:r Amateur-Autor:in wendet sich mit einem "fertigen" Text an mich.
Ein Beispiel: Vor ungefähr einem Jahr sitzt Herr H. aus L. vor mir und berichtet von seinem Projekt: Die Veröffentlichung eines historischen Romans sei geplant, 1000 Seiten in Word*, 3 Bände.
Wie weit er denn mit dem Schreiben sei, frage ich.
Das Werk sei fertig, antwortet Herr H. aus L.
Mein spontaner Impuls an dieser Stelle: Das Gespräch zeitnah höflich beenden und in 2 Tagen in einer freundlichen Mail das Projekt aus Zeitgründen ablehnen, was nicht einmal gelogen wäre.
Meine Erfahrung mit Autor:innen, die im Erstgespräch behaupten, ein "fertiges" Manuskript in der Schublade zu haben, das man nur noch Korrektur lesen, layouten und drucken müsse: Diese Menschen haben oft sehr lange und meist ohne fachliche Beratung geschrieben. In dem Moment, wo sie sich entscheiden, sich an einen Verlag zu wenden, sind sie nicht nur "leergeschrieben", sie sind auch emotional mit ihrem Text "fertig". Sie haben keine Lust mehr, Konzept und Inhalt, Sprache und Stil noch einmal kritisch zu hinterfragen - und ggf. noch einmal von vorne anzufangen, weil ihr Buch vielleicht nicht "gut" ist. Das Buch soll produziert werden, weil sie selbst es für "gut" befinden.
Zu 99,9 % sind diese Manuskripte allerdings nicht gut. Nicht gut im Sinne von: marktfähig, verkäuflich, gutes Autorenhandwerk. Denn da fehlte der Sparringspartner, der wechselseitige Austausch, das konstruktiv-kritische Arbeiten mit dem Ziel des besten Ergebnisses, die Vision vom Leser oder der Leserin, der/die das Buch kaufen soll.
Herr H. aus L. hatte sich, bevor er zu mir kam, immerhin einen Lektor gegönnt, der ein Auge auf seinen Roman hatte werfen dürfen.
Was der Lektor gesagt habe, möchte ich wissen.
Herr L. aus H., pardon!, H. aus L., winkt ab: Der Lektor habe von ihm Änderungen verlangt, die habe er - H. aus L. - aber nicht umsetzen wollen. Schade! Vermutlich wäre es ein besserer Text geworden!
Der richtige Zeitpunkt, sich einen Verlag zu suchen, ist: Bevor du die erste Zeile geschrieben hast!
Ja, du liest richtig! Schreib deine Idee auf, mach ein Konzept, skizzier den Plot, die Figuren, die Zeit, in der dein Text spielt!
Und dann such dir einen Verlag, der mit dir arbeiten möchte, und am Ende hast du ein gutes Buch geschrieben, das seine Fangemeinde findet.
Was aus dem Buch von Herrn H. aus L. wurde? Die Geschichte geht noch weiter. Aber das erzähle ich dir ein anderes Mal.

*1000 Seiten in Word, das sind in Buchform noch eine ganze Menge mehr.

REMINDER! Lesung am 05.10. in Neheim!Könnte sein, dass an seinen Erzählungen was Wahres dran ist 😁 Finde es heraus! Bei ...
04/10/2023

REMINDER! Lesung am 05.10. in Neheim!

Könnte sein, dass an seinen Erzählungen was Wahres dran ist 😁 Finde es heraus! Bei der Lesung von Andreas Hennemann am Donnerstag, 05.10.23, um 19 Uhr im WILL Bistro in Neheim!
Tel. Anmeldung unter 02932979440 oder unter [email protected]!

Adresse

Auf Der Ratschelle 21
Plettenberg
58840

Öffnungszeiten

Montag 08:00 - 17:00
Dienstag 08:00 - 17:00
Mittwoch 08:00 - 17:00
Donnerstag 08:00 - 17:00
Freitag 08:00 - 17:00

Telefon

+4915221813021

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Lennestrand erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Service Kontaktieren

Nachricht an Lennestrand senden:

Teilen

Kategorie