30/03/2020
Heute morgen habe ich einen Artikel in der Kreiszeitung Böblinger Bote gelesen, in dem von einem IT-Spezialisten berichtet wurde, der in seiner Kurzarbeit (bei einer Firma in Karlsruhe) - in der er ausreichend Geld verdient - gratis für Herrenberger Einzelhändler Onlineshops erstellt.
Der Artikel hat zwiespältige Gefühle in mir hervorgerufen. Ich begrüße jedwede Möglichkeit, kleinen Geschäften vor Ort in dieser wirklich sehr herausfordernden Situation zu helfen und sie zu unterstützen. Gerne auch kostenlos. Von daher "Hut ab" für das Engagement des Herrn, das ganz sicher von Herzen kommt und ohne Hintergedanken erfolgt. Mir ist auch klar, dass man als kleines Unternehmen in dieser Zeit sehr genau schaut, woher das Geld kommt und wie man es nutzbringendst einsetzt - einfach weil keine andere Wahl vorhanden ist.
Es gibt aber auch andere Gedanken, die der Artikel in mir auslöst - als Dienstleister für ebensolche Tätigkeiten. Werbung, Webseiten, Onlineshops. Das ist genau das, wovon wir als kleine Agentur leben. Noch leben. Wir sind genau wie jeder andere Einzelhändler oder Unternehmer darauf angewiesen, dass unsere Kunden uns nicht im Stich lassen und auch potentielle Neukunden zu uns kommen. In der Krise, um jetzt einen Grundstein zu legen und sich langfristig betreuen zu lassen. Das ist ein Punkt, der gerne übersehen wird, weil grade alles schnell gehen muss. Verständlich! Aber wer kümmert sich um die Seiten, Inhalte und die Technik, wenn es keine Kurzarbeit mehr gibt und niemand mehr es gratis machen möchte oder kann?
Um so mehr, da alle Einzelhändler in dieser Zeit auch darum bitten, solidarisch zu sein und nicht bei Internetriesen zu kaufen, sondern eben lokal und in der Nachbarschaft zu bestellen. Per Videocall oder einfach per Bestellung über deren Onlineshop. Schön wäre es, wenn das in beide Richtungen funktionieren würde, dann hätten sicher alle was davon!