07/01/2026
Zum Jahreswechsel gibt es diese eine Marketing-Tradition, die so sicher kommt wie Raclette an Silvester:
Neujahrswünsche.
Am besten in der Variante „Copy-Paste mit Glitzerfilter“. Ein Graus!!!
Du kennst sie alle:
„Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches neues Jahr, Gesundheit und ganz viel Glück!“
Unterschrift: Ihr Team.
Bild: Feuerwerk.
Hashtags: #2026 (bitte alle zusammen).
Und ich denke mir jedes Jahr:
Schön. Wirklich? Aber… wenn wir ehrlich sind: Das ist kein Neujahrsgruß. Das ist ein ziemllich schlaffer, digitaler Handschlag.
Marketing kann da mehr. Viel mehr.
Neujahrswünsche sind eigentlich ein Geschenk: ein perfekter Moment, um Persönlichkeit zu zeigen.
Hier ein paar meiner Lieblings-„Marketing-Neujahrswünsche“, die man nicht mehr sehen kann – und wie man sie charmant rettet:
1) Der „Wir wünschen Erfolg“-Wunsch
Klingt nett. Sagt aber rein GAR NIX!
Erfolg ist wie „gutes Wetter“ – jeder will’s, keiner weiß, was gemeint ist.
Wie wärs damit?
„Wir wünschen Ihnen 2026 mehr Anfragen, die wirklich passen – und weniger Zeitfresser, die nur ‘mal kurz’ was wollen.“
2) Der „Gesundheit“-Wunsch
Absolut wichtig. Aber als Standard-Floskel leider oft… flach.
Besser:
„Wir wünschen Ihnen Gesundheit – und im Business: klare Prioritäten, gute Pausen und Kunden, die Ihre Grenzen respektieren.“
3) Der „Danke für Ihr Vertrauen“-Wunsch
Klassiker. Nur: Wenn der Satz jedes Jahr identisch ist, wirkt er wie eine automatische E-Mail aus 2009.
Man könnte auch das schreiben....
„Danke für 2025. Für jedes ‘Mach’s einfach’, jedes ‘Du hast recht’ – und sogar für jedes ‘Können wir das bis gestern?’ (Wir haben’s überlebt.)“
Und weil wir im Marketing sind, hier mein persönlicher Neujahrswunsch an alle Unternehmerinnen und Unternehmer:
Für 2026 wünsche ich Ihnen:
* weniger „Wir müssten mal…“
* mehr „Wir machen jetzt…“
* weniger Aktionismus
* mehr Strategie
* weniger Marketing, das laut ist
* mehr Marketing, das wirkt
Und falls du gerade überlegst, was du dieses Jahr posten sollst:
Mach’s menschlich. Mach’s konkret. Mach’s so, dass man dich erkennt – nicht nur das Feuerwerk.
Herzlichst
Eure Anita Schullerbauer