06/05/2026
🏤 PHILATELISTISCHE REISE
Heute vor 186 Jahren wurde die erste Briefmarke der Welt herausgegeben. Der 6. Mai ist daher ein passendes Datum für eine virtuelle Briefmarken-Reise entlang der historischen Reichsstraße 1.
Der Aachener Dom ist die erste deutsche Welterbestätte der UNESCO. Die R1 begann an der niederländisch-deutschen Grenze und folgte jenen Straßen, welche Karl der Große anlegen ließ.
Anfänglich sollte die R1 durch die Karnevalshochburg Köln geführt werden, aber stattdessen verlief sie dann ab Jülich nördlich. Dort existiert ihre Trasse wegen des Tagebaus teils nicht mehr.
Neuss geht auf das römische Novaesium zurück und dort überquerte die R1 den Rhein. Die heutige Bundesstraße 1 verläuft im Düsseldorfer Rheinufertunnel direkt unter Rhein- und Schlossturm.
Die B1 wurde im Ruhrgebiet zu einem Teil der heutigen A40. Der Ruhrschnellweg verbindet die Städte Mülheim, Essen, Bochum und Dortmund miteinander. Alle gemeinsam waren Kulturhauptstadt.
In Bochum kümmerte sich die Knappschaft um die Belange der Bergleute. Der BVB spielt direkt an der B1 und das Westfalenstadion in Dortmund wird oft als schönste Spielstätte der Welt bezeichnet.
Die R1 folgte dem Westfälischen Hellweg und verlief auf oder parallel zu diesem. Durch das Osthofentor verließ diese "Autobahn des Mittelalters" die Hansestadt Soest und führte in Richtung Paderborn.
Im Teutoburger Wald verlief die Reichsstraße 1 anfangs direkt durch die Externsteine. Der Rattenfänger von Hameln soll einst jene Straßen genutzt haben, welche dann später zu einem Teil der R1 wurden.
In ihrem ersten Verlauf führte die R1 auf der heutigen B217 nördlich nach Hannover, wo im Jahr 2000 die Weltausstellung stattfand. Die Bundesstraße 1 folgt der späteren Streckenführung über Hildesheim.
Viele der berühmten Streiche von Till Eulenspiegel spielten in Braunschweig und somit nahe der heutigen B1. Diese endete bis 1989 in Helmstedt als Sackgasse an der Innerdeutschen Grenze.
In der DDR wurde aus der R1 die F1. Die Fernverkehrsstraße 1 führte durch Magdeburg und dort über die Elbe. In ihrem weiteren Verlauf lag auch die Rolandsstadt Brandenburg an der Havel an ihrer Route.
Bei Derwitz machte Otto Lilienthal seine Flugversuche direkt neben der heutigen Bundesstraße 1. Diese folgt jener Handelsstraße, welche in Potsdam über den Alten Markt mit Kirche, Rathaus und Schloss führte.
Während der Deutschen Teilung war die Glienicker Brücke wegen ihrer Lage der ideale Ort, um Agenten auszutauschen. Dies brachte ihr den Spitznamen "Bridge of Spies" ein, welcher auch als Filmtitel diente.
In West-Berlin verlief die B1 durch das Kulturforum und endete dann an der Berliner Mauer am Potsdamer Platz. Der Leipziger Platz lag in Ost-Berlin und ab hier führte die F1 durch die "Hauptstadt der DDR"
Direkt an und auf der Reichsstraße 1 fand die Schlacht um die Seelower Höhen statt. Daran erinnert heute die dortige Gedenkstätte nahe der deutsch-polnischen Grenze. Die B1 endet an der Oder in Küstrin-Kietz.
Östlich der Oder-Neisse-Linie führt die früher deutsche R1 heute nicht mehr durch Deutschland. Zwischen Kostrzyn nad Odrą und Gorzów Wielkopolski verläuft die polnische Droga wojewódzka auf ihrer Trasse.
Von dort aus bis Elbląg entspricht die Reichsstraße 1 der heutigen Droga krajowa 22. Die DK22 führt südlich von Tczew über die Wisła, während die R1 auf der Dirschauer Weichselbrücke verlief.
Nikolaus Kopernikus wohnte und forschte in Frauenburg direkt neben der späteren R1. In Frombork führt die DW504 direkt am Dom vorbei und weiter bis Braniewo, wo sich heute eine Außengrenze der EU befindet.
Das Königsberger Gebiet ist seit Kriegsende russisch besetzt. Die R1 führte am Hauptgestüt Trakehnen vorbei zur deutsch-litauischen Grenze. Eydtkau ist heute nach dem Literaten Чернышевский benannt.
Quellenangaben: Briefmarken BRD, DDR, West-Berlin, wiedervereinigtes Deutschland, Polen, Russland, Belarus