25/01/2026
Das ist ein sehr emotionales und wichtiges Thema für Selm. Hier ist ein Entwurf für einen Leserbrief, der alle Kritikpunkte aus dem Gesprächsprotokoll mit Bürgermeister Mors aufgreift und pointiert zusammenfasst.
Betreff: Das Ende des Selmer Hallenbades – Ein Armutszeugnis für unsere Stadt
Am 23. Januar gab es auf dem Wochenmarkt bittere Gewissheit: Das Selmer Hallenbad schließt zum 15.04.2026. Doch die Gründe, die Bürgermeister Mors im Gespräch mit Bürgern anführte, lassen einen fassungslos zurück.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Stadt schlichtweg kein Interesse mehr daran hat, das bestehende Bad für uns Bürger, Schüler und Vereine zu erhalten. Während andere Projekte in Selm – wie der Rückkauf von Abrisshäusern an der Kreisstraße – höchste Priorität genießen, wird das Hallenbad wie ein „altes Auto mit 500.000 km“ abgestempelt, das man einfach verschrottet.
Besonders irritierend ist die mangelnde Kommunikation: Laut Mors habe man zwar telefoniert, aber klärende persönliche Gespräche mit dem Betreiber fanden offenbar nie statt und werden auch vom Bürgermeister abgelehnt. Unfassbar! Stattdessen werden die vom Betreiber aufgestellten Betriebskosten angezweifelt, die in Nachbarstädten völlig normal sind und nicht aus der Luft gegriffen sind. Alles ist viel teurer geworden ( Energie, Material, Immobilien, Handwerker, Personal etc.) Dass der Bürgermeister das Abwasser eines Elektrolyse-Beckens fälschlicherweise als „Sondermüll“ bezeichnet, zeigt leider nur, wie wenig man sich im Rathaus wirklich mit der Materie befasst hat. Weiß man überhaupt, was im Schwimmbad alles erneuert werden muss? Fand eine Begehung statt? Die Antwort kann sich jeder selber geben...
Die Stadt plant nun ein neues Bad, das in zwei bis drei Jahren fertig sein soll. Das Grundstück wäre schon gefunden.Neubau statt Erhaltung? Das soll kostengünstiger bzw effektiver sein? Es wird dann aber auch ein neuer Betreiber und Personal nötig-Viel Glück. Doch warum wird die Zeit bis dahin nicht überbrückt? Die angebotenen Alternativen – Busse nach Lüdinghausen oder die Nutzung des Polizeibades in Bork – sind entweder logistisch schwierig, noch sind überhaupt Kapazitäten vorhanden. Schwimmcontainer sind keine Lösung. Dort kann noch nicht einmal ein Seepferdchen gemacht werden, da die Voraussetzungen fehlen! Diese werden nur als Wassergewöhnung angesehen.
Es ist eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Wir erinnern uns gut: Herr Mors hat im Wahlkampf auf seinen Plakaten explizit damit geworben, sich für das Hallenbad in Selm einzusetzen. Davon ist heute nichts mehr zu spüren. Ein Schwimmbad ist kein Luxusgut, sondern Daseinsvorsorge. Es bleibt ein fader Beigeschmack, wenn Versprechen so schnell wie Seifenblasen zerplatzen.
Besorgte und enttäuschte Selmer Bürger