08/07/2022
Wenn Bauch und Kopf nicht in die selbe Richtung wollen
Was man vom Motorradfahren lernen kann
Vor zwei Tagen hatte ich eine ganz schlimme Ausfahrt mit dem Motorrad. Was ist passiert? Ich bin auf das Motorrad gestiegen, obwohl ich es an diesem Tag besser hätte sein lassen.
Ich hatte einen sehr anstrengenden Tag. Viele Termine, viele Gespräche, viele Gedanken in meinem Kopf und ich war echt platt. Aber weil ich eine neue Maschine habe, die auch deutlich größer und schwerer ist, als alles was ich vorher gefahren bin, hat der Kopf gesagt: „Du musst üben!“ Der Bauch hat aber gesagt: „Ich will nicht. Ich bin müde.”
Wer selbst Motorrad fährt weiß, das das absolute Kopfsache ist. Alles: Kurven fahren, anhalten, abbiegen, langsam fahren …
Bei jeder Kurve hat mein Kopf gesagt: „Die bist Du schon mit 70, 80, 90 gefahren. Mit dem Auto würdest Du hier nicht bremsen.“ Der Bauch hat gesagt: „Geh vom Gas. Du bist zu schnell.“
Wenn wir abgebogen sind hat der Kopf gesagt: „Schalten, blinken, bremsen, gucken, abbiegen“. Der Bauch hat gesagt: „Das ist alles so wackelig. Ich kann das nicht.“
Ich bin mit der Maschine 358 Kilometer vom Plöner See nach Hause gefahren. Das war kein Problem und hat Spaß gemacht. Vorgestern habe ich mich gefühlt, wie der letzte Mensch und der blutigste Anfänger.
Habe ich dann abgebrochen? Nein. Dann wäre ich mit einem Scheißgefühl nach Hause gefahren. Wir sind auf einen Parkplatz gefahren und haben bei den Basics angefangen. Bremsen, Schritttempo fahren, kleine Kreise. Wie in der Fahrschule. Nach Hause ging es schon besser.
Was habe ich daraus gelernt? Öfter mal auf den Bauch hören! Wenn der Bauch schreit: „Ich bin nicht bereit.“, wird der Kopf es nicht richten.
Beim nächsten Mal höre ich auf meinen Bauch und verschiebe das Fahren auf einen anderen Tag.
Hört Ihr auf Euren Bauch?