11/05/2026
– UNESCO-Welterbe „Völklinger Hütte“ - Welterbe seit 1994
DER STAUB UND DIE STADT
Donnerstag, 23. April 2026 um 18.30 Uhr, Gebläsehalle Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Die Völklinger Hütte war zu ihren aktiven Zeiten nicht nur einer der bedeutenden Orte der Eisen- und Stahlproduktion Deutschlands und Europas, sondern zugleich auch ein Umweltverschmutzer ersten Ranges und hat nicht nur Wasser und Boden, sondern vor allem auch die Luft kontaminiert. Die Spuren dieser Luftverschmutzung, die sich als Staub überall in und um die Hütte ablagerte, finden sich bis heute insbesondere in den Lungen der Arbeiter und Anwohner:innen.
Christoph Brech realisiert mit seinem Werk ODEM speziell für die Gebläsehalle ein neues Rundbogenfenster mit Röntgenaufnahmen von Völklingern, das in einem Abstand von 40 Zentimetern vor dem Originalfenster installiert wird. Grundlage sind anonymisierte Thoraxaufnahmen von Menschen, die einst in und um die Völklinger Hütte gearbeitet haben. Sie stammen aus Beständen der SHG-Kliniken Völklingen. Einige Röntgenaufnahmen zeigen Anzeichen einer Staublunge oder eines Karzinoms. Da, ähnlich dem Fingerabdruck, jedes Lungenflügelpaar einzigartig ist, wird das Fenster zum Hütten-Memorial: Es erinnert an alle Arbeiter:innen, die hier im Laufe der Jahre gewirkt und geatmet haben.
Das Glasfenster wird zugleich integraler Bestandteil der kommenden Ausstellung DAS STÄHLERNE HERZ sein, die die exemplarische Geschichte der Völklinger Hütte vom Kaiserreich über die beiden Weltkriege, das Wirtschaftswunder und die Stahlkrise bis zum Weltkulturerbestatus verfolgt.
📸 Christoph Brech, ODEM, 2025 © Hans-Georg Merkel / Weltkulturerbe Völklinger Hütte