26/07/2025
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Ich bin Druse.
Ich komme aus dem Dschebel al-Duruz.
Ich bin ein Sohn der Provinz Suwayda – einer Region, die für ihre ruhige Natur, die Bescheidenheit ihrer Menschen und ihr Vorbild des gemeinsamen Zusammenlebens bekannt ist.
Die Bewohner des Gebirges sind eine Mischung aus Christen, Drusen und Muslimen, wobei die Drusen die große Mehrheit bilden.
Sie sind bekannt für ihre Großzügigkeit, ihre Herzlichkeit, ihre Hilfsbereitschaft und ihre tiefe Verbundenheit zu ihrer Heimat und Würde.
Ein friedliches Volk im wahrsten Sinne des Wortes – es ist ihnen verboten, andere anzugreifen oder selbst verletzt zu werden.
Sie beteiligten sich nicht am Krieg auf Seiten von Baschar al-Assad, schickten ihre jungen Männer nicht zum Wehrdienst, und nahmen während des Krieges Menschen aus allen Landesteilen bei sich auf – in ihren eigenen Häusern, nicht in Zelten. Jeder Geflüchtete wurde wie ein Bruder aufgenommen.
Unsere religiösen Lehren besagen kurz gefasst: Das Gewissen ist die Stimme Gottes, und der Mensch ist der Bruder des Menschen – unabhängig von Herkunft oder Glauben.
Die Drusen haben nie Kriege geführt, nie fremde Länder überfallen oder gar Streit gesucht.
Seit zehn Jahren hoffe ich, Suwayda wiederzusehen – ich habe auf den Sturz des Tyrannen Assad gewartet, um zurückkehren zu können.
Der Tyrann ist gefallen, doch der Terrorist kam.
Heute bin ich ein „Ungläubiger“ – ein „Gotteslästerer“, der laut einigen nur den Tod verdient, einfach nur, weil ich zufällig als Druse geboren wurde.
Seit über zehn Tagen wird Suwayda von barbarischen, angeblich „staatlichen“ Kräften unter dem Vorwand „Sicherheit und Ordnung wiederherzustellen“ angegriffen – angeführt von extremistischen Gruppen, die sich gerade erst vom radikalen Islamismus losgesagt haben, nun aber in Anzügen auftreten und sich selbst als Regierung präsentieren.
Viele Videos zeigen ihre Soldaten vor dem Einmarsch, wie sie drusische Bürger mit Völkermord bedrohen. Von den angeblichen bewaffneten „Banden“, die sie bekämpfen wollen, ist in der staatlichen Propaganda nur vage die Rede.
Eine riesige Armee von über 100.000 Mann rückte aus verschiedenen Richtungen ein – einige lokale Widerstandsgruppen leisteten mutig Widerstand, doch sie konnten diesen Massen kaum etwas entgegensetzen.
Verrat von einigen wenigen Drusen ermöglichte der Armee die Kontrolle über den Westen und Norden der Provinz.
Mit dem Einmarsch begannen die Gräueltaten an unbewaffneten Zivilisten – unabhängig von Alter oder Geschlecht:
Zuerst kam Folter, dann Mord – begleitet von absichtlicher Demütigung älterer Menschen.
Mehrere dokumentierte Verbrechen an Kleinkindern wurden begangen, während man ihre Mütter am Leben ließ.
Drusen wurden bei lebendigem Leib verbrannt, Häuser geplündert und anschließend in Brand gesetzt oder mit Sprengstoff zerstört.
Und das Schlimmste: Sie filmten ihre Verbrechen voller Stolz und präsentierten sie als „Sieg“.
Gleichzeitig verbreiten große arabische Sender wie Al Jazeera und Al Arabiya gezielt Desinformationen, verdrehen die Tatsachen, stellen die Täter als Opfer dar, und schüren durch ihre manipulative Berichterstattung den Hass zwischen den syrischen Volksgruppen – trotz der vielen Beweise in sozialen Medien.
Vier Tage lang konnten die Regierungstruppen Suwayda nicht vollständig einnehmen – dank des heldenhaften Widerstands der Bevölkerung.
Am vierten Tag griffen regionale Kräfte ein, schwächten die Truppen von al-Jolani, woraufhin sie sich zurückziehen mussten.
Dann begann die nächste Propagandawelle: Man verbreitete falsche Behauptungen, dass die Drusen Beduinen in Suwayda angegriffen und über 200 Menschen getötet hätten – ohne jegliche Beweise oder Bilder.
Als Reaktion filmten Einwohner von Suwayda die beduinischen Familien, wie sie in Gastfreundschaft in drusischen Häusern untergebracht waren. Trotzdem ignorierten die offiziellen Medien dies weiterhin und schürten stattdessen gezielt Hass gegen die Drusen – sogar über Moscheelautsprecher und staatliches Fernsehen.
13 syrische Provinzen riefen öffentlich zum Dschihad gegen die Drusen auf.
Daraufhin kehrten große Einheiten der Regierungstruppen – verkleidet als Stammesmilizen – nach Suwayda zurück, um mit noch größerem Hass und Brutalität dieselben Gräueltaten zu wiederholen.
Ich glaube nicht, dass ein gesunder Mensch auch nur ein einziges Video dieser Gräueltaten sehen könnte, ohne zutiefst erschüttert zu sein.
Doch jetzt hat dieser Aufruf zum Dschihad Europa erreicht.
Wir haben viele Audioaufnahmen gehört, in denen sunnitische Muslime in Europa zum Töten von Drusen aufgerufen werden – gemäß der salafistischen Auslegung des Ibn-Taymiyya-Glaubens.
Diese Inhalte werden über private Chatgruppen und WhatsApp-Nachrichten verbreitet.
Wer Zeuge dieser Verbrechen wird und sieht, wie sich die Täter stolz darüber äußern, erkennt schnell: Sie sind wie ein Krebsgeschwür – zerstören jede Gesellschaft von innen heraus, moralisch und sozial.
Der Beweis? Die Demonstrationen zur Unterstützung al-Jolanis.
Diese Botschaft richte ich an das großartige deutsche Volk:
Wir haben in diesem Land Schutz gefunden.
Wir leben hier in Sicherheit, haben vom Wohlstand dieses Landes profitiert und viel aus der noblen deutschen Kultur gelernt.
Wir wünschen Deutschland und seinen Menschen nur das Beste – Fortschritt und Frieden.
Ich betrachte Deutschland inzwischen als meine Heimat, ebenso wie mein verlorenes Syrien.
Doch die Präsenz solcher Extremisten in Deutschland stellt eine große Gefahr für die Sicherheit und das soziale Miteinander dar.
Sie verbreiten ihre Ideologie schnell, vor allem unter Jugendlichen und Kindern. Es gibt bereits viele Beispiele dafür.
Seid wachsam.
Wir dürfen unsere Träume nicht durch sie zerstören lassen.