16/01/2024
Ich habe meinen Glauben verloren und nie wieder gefunden. Das dachte ich zumindest echt lange. Ich bin klassisch in der Sonntagsgemeinde aufgewachsen. Meine Oma erzählte mir Bibelgeschichten wie andere Märchen. Ich wurde Messdiener, arbeitete ehrenamtlich sowohl in der katholischen als auch evangelischen Gemeinde mit. Und begann Theologie zu studieren.
Und nein: das Theologiestudium hat mir nicht den Glauben genommen. Aber die Tatsache, dass ich merkte, wie ich immer weniger zu den klassischen Gemeinden passte. Einfach aufgrund meiner Lebenssituation. Student. Nicht vor Ort geboren. Über 18. Und damit war kein Raum mehr da.
Was noch viel schlimmer war: ohne den Raum für meinen Glauben verlor ich den Zugang zu meinem Glauben. Ohne die Theologie und den Erfahrungen, die ich in Taizé machen durfte, wäre es sicher auch so geblieben. Doch ich wusste, dass es Gott irgendwo gibt. Ich hatte es spüren dürfen.
Also begab ich mich auf die Suche. Und ich fand vieles, aber nicht mehr dieses eine Bild von damals. Dieses gefühlt vollumfängliche Bild. Bis ich begriff: Ich weiß nicht, was Gott ist und das schenkt mir die Freiheit, sie zu suchen.
Darüber habe ich 2015 einen Text geschrieben. Es war der Beginn meiner Arbeit hier und leitet mich immer noch: die Neugier auf all das, was Gott sein könnte. Ich habe meinen Glauben nicht verloren, ich habe ihn im Suchen gefunden.