12/09/2019
Es gab sie ja schon immer, die Diskussion um die Wirksamkeit der Homöopathie. Doch plötzlich ist diese Diskussion in allen Medien präsent, Experten und Politiker regen sich auf. Die Zeitschrift „Die Welt“ titelt „Wo nichts ist, kann auch nichts wirken.“ Ich will mich jetzt in diesem Beitrag nicht in die wissenschaftliche Diskussion um die Wirksamkeit der Homöopathie begeben, das führt zu nichts und würde den Streit eher anfachen als beruhigen.
Die Homöopathie ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die auf den ab 1796 veröffentlichten Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann beruht. So steht´s bei Wikipedia. Die Grundannahme ist das von Hahnemann formulierte Ähnlichkeitsprinzip. Das bedeutet schlicht und einfach, dass Gleiches mit Gleichem behandelt werden soll. Krankheiten sollen also durch Mittel geheilt werden, die bei einem Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen.
Dass dem so sein könne, hatten schon Hippokrates um 370 v. Christus und Theophrast von Hohenheim um 1520 beschrieben. Die Herstellung homöopathischer Produkte erfolgt durch Verdünnung (Potenzierung) der Grundsubstanzen. Auf jeden Fall verbreitete sich die Homöopathie sehr schnell in Europa, Hahnemann zog nach Paris und eröffnete dort eine Praxis und in England ließ sich das damalige Königspaar seit dem 19. Jahrhundert homöopathisch behandeln.
Wikipedia jedenfalls lässt kein gutes Haar an der Homöopathie. Die Homöopathie sei eine Pseudowissenschaft und entspreche nicht den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Auch das Ähnlichkeitsprinzip sei wissenschaftlich nicht haltbar.
Fakt ist, dass viele Menschen die Homöopathie lieben und nutzen. Bis ins Jahr 2018 weist dieser Bereich ein deutliches Wachstum auf. Der Hersteller DHU weist auf eine Studie der Berliner Charité mit mehr als 3900 Patienten hin. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass viele Patienten von der Homöopathie profitieren. Gerade bei chronischen Erkrankungen helfe sie, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Besonders jüngere Patienten und Patienten mit sehr schwerwiegenden chronischen Symptomen würden von der Homöopathie profitieren.
Der aktuelle Streit wurde durch die Entscheidung in Frankreich, dass die Kassen keine homöopathischen Produkte mehr erstatten dürfen, angestoßen. Das haben einige Politiker und Wissenschaftler, u.a. Prof. Karl Lauterbach, aufgegriffen und fordern nun ihrerseits, dass die Erstattung durch die Krankenkassen untersagt wird. Diese erfolge meist aus Wettbewerbs- und Marketinggründen und sei wissenschaftlich nicht zu vertreten. Selbst der jetzige Gesundheitsminister Jens Spahn wollte noch als gesundheitlicher Sprecher seiner Partei die Erstattung verbieten. Das sieht derzeit anders aus. Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums erklärte kürzlich, dass dies aktuell kein Thema sei.
Das positive Image der Homöopathie wackelt. Bisher als sanfte Medizin, die ihre Heilkraft aus der Natur zieht, geschätzt, werden immer mehr Stimmen gegen die Homöopathie laut. Bleibt noch die Frage, wie die Ärzte dazu stehen. Bei diesen ist die Heilung ohne Wirkstoff noch immer aktuell. Homöopathie ist weiterhin auf der Liste der Zusatzweiterbildungen vertreten.
Wir in unserer Apotheke sehen das Thema differenziert. „Wer heilt hat recht“, lautet ein bekannter Spruch. Nach wie vor sehen wir in der Homöopathie ein alternatives Heilmittel, dass in Apothekerhand gut aufgehoben ist. Kommen Sie zu uns, wir beraten Sie gerne, wenn es um pflanzliche Arzneimittel, um die sanfte Behandlung einer Erkrankung oder um ein homöopathisches Produkt geht. Wir kennen uns aus und freuen uns auf Ihren Besuch.