07/02/2024
𝗦𝗶𝗲 𝗵𝗮𝗯𝗲𝗻 𝘄𝗮𝘀 𝘇𝘂 𝗯𝗶𝗲𝘁𝗲𝗻!
Alle sind auf der Suche. LKWs und Busse suchen Fahrer (m/w/d), Kolleginnen suchen Kollegen und alle möglichen Teams suchen neue Teammitglieder. Hier und da annähernd kreativ, meist eher hilflos und möglichst groß hingeklebt: Wir suchen Dich!
Da ist nichts Schlimmes bei und wir wollen auch niemanden belehren. Wir laden auch hier gerne zu einem Perspektivwechsel, einem Umdenken ein und erinnern daran, dass Sie ArbeitGEBER sind. Abgesehen davon, dass es weitaus kreativere Alternativen in der Ansprache gibt, als die ewig gleichen Such-Formulierungen.
Romantische Vergleiche klingen oft nicht so seriös, aber sie helfen beim Gedankenspiel: Wie attraktiv fanden/finden Sie verzweifelt suchende Singles? Oder haben Sie sich auch schon dabei ertappt, vor einer Preisverhandlung bei (ehemals ebay-)Kleinanzeigen nachzusehen, wie lange die Anzeige schon auf der Plattform rumdümpelt? Wer verzweifelt Abnehmer*innen sucht, scheint in keiner guten Lage, egal ob bei Bauer sucht Frau, Bares für Rares oder Stepstone.
Es geht nicht darum, sich künstlich begehrlicher zu machen. Vielmehr ist die Haltung von Vorteil, nicht nur auf der Club-Tanzfläche. Und deswegen raten wir zu einer selbstbewussten „Augenhöhe“. Machen Sie sich klar, dass Sie als Arbeitgeber etwas Interessantes zu bieten haben. Und dann biedern Sie sich nicht in Leuchtschrift auf einer LKW-Plane an, direkt überm Auspuff.
Arbeit ist für Menschen von größter Bedeutung. Jeder der einmal länger arbeitslos war oder jemanden in einer solchen Situation erlebte, weiß um den Wert einer passenden Beschäftigung. Daran ändert auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt nichts. In dem Buch „Work-Life-Bullsh*t“ schreibt Thomas Vašek gleich in der Einleitung ein bedeutsames Plädoyer aus eigener Sicht:
„Meine Arbeit ist mir wichtig, sie macht mir Spaß, sie füllt mich aus. Es geht mir auch ums Geld. Aber nicht in erster Linie. Vor allem liebe ich das, was ich tue. Meine Arbeit fordert mich heraus. Sie erweitert meine Fähigkeiten, sie führt mich an meine Grenzen. Der Job bringt mich mit interessanten Menschen zusammen, die ich sonst nicht kennenlernen würde. Meine Arbeit bildet mich, sie formt meinen Charakter, meine Persönlichkeit. Sie macht mich zu dem, der ich bin. (…) Meine Arbeit fühlt sich gut und richtig an, sie motiviert mich Tag für Tag, sie bringt mich voran. Das Gejammer über die Zumutungen der Arbeit kann ich nicht mehr hören.“
Natürlich wird nicht jeder so eine Liebeserklärung für seine Arbeit bereithalten, wie der genannte Autor. Aber die enthaltenen Aspekte werden, wenn auch nur in Teilen, für viele Jobs zutreffen. Wenn ihre Arbeitsplätze also keine Zumutung sind, dann haben Sie ein gutes Angebot für irgendjemand, den gilt es zu finden, ohne gleich allzu verzweifelt zu wirken.
Vielleicht überlegen Sie bei der nächsten Anzeige einmal, wie Sie auch sprachlich zum selbstbewussten Anbieter auf Augenhöhe werden. Gerne bieten wir Hilfe an.
Let’s Dance!
www.hrumdenken.de