03/05/2026
Einblick in unser Portfolio
Der gebürtige Luxemburger Hugo Gernsback studierte im Jahr 1901 Elektrotechnik in Bingen, bevor er in die USA auswanderte und dort Karriere als Herausgeber unterschiedlichster Magazine machte. Größte Popularität genossen Zeitschriften wie „Amazing Stories“ oder „Wonder Stories“, deretwegen Gernsback als Vater der Science-Fiction-Literatur gilt. Im Museum am Strom – einem ehemaligen, 1898 in Betrieb genommenen Elektrizitätswerk – würdigte die Stadt Bingen den Visionär mit der Ausstellung „Die wunderbare Welt des Hugo Gernsback“ (2. Juni 2017 bis 7. Januar 2018).
Q wurde gebeten, die Kommunikationsmedien und wesentliche Teile der Ausstellungsdesigns zu entwickeln. Bei unserer intensiven Beschäftigung mit dem Gesamtwerk Hugo Gernsbacks stießen wir auf ein altes Science-Fiction-Magazin aus dem Juni 1929. Basierend auf dessen Titelillustration von Frank R. Paul entwickelten wir das zentrale Ausstellungsmotiv für die Bewerbung auf Flyern, im Internetauftritt der Stadt Bingen und auf Plakaten. In leuchtenden Farben vermittelt es Fantasiereichtum und Abenteuerlust, zwei elementare Charaktereigenschaften des berühmten Binger Absolventen. Für die zeitliche Einordnung haben wir nicht nur eine typografische Gestaltung im Retro-Look gewählt, sondern auch Spuren der Vergänglichkeit (wie Risse oder Knicke) im Bild belassen. Das Ausstellungsplakat stieß weit über die Landesgrenzen hinaus auf positive Resonanz: Es wurde vom internationalen Plakat-Forum Poster Poster innerhalb eines Onlinefeatures präsentiert und war Ausstellungsstück bei der weltweit beachteten Poster-Biennale in Grand Junction, Colorado/USA.
Für die Ausstellung selbst steuerten wir alle Texttafeln und auch Ideen zur Raumgestaltung bei. So sieht man auf einem Vorhang, den man zum Betreten des Hauptraums zur Seite schieben muss, den jungen Europäer auf der Antlantik-Überfahrt mit dem Luxusdampfer im Jahr 1904. Im zentralen Ausstellungsbereich wird Gernsbacks Leben nach der Emigration dargestellt. Dort wurde mittig eine große Wand als Raumteiler platziert. Sie zeigt auf der Vorderseite eine vollflächige Aufnahme des berühmten LIFE-Fotografen Alfred Eisenstaedt aus dem Jahr 1963; darauf trägt Hugo Gernsback seine „Teleeyeglasses“, eine erfolglose Erfindung 50 Jahre vor dem Google-Glass-Markteintritt. Auf der Rückseite der Wand inszenierten wir den ereignisreichen Lebenslauf des studierten Elektrotechnikers als Schaltplan.