17/01/2018
Werbung in Magazinen ohne Leser
Einen solchen Betrug halten wir in Deutschland ebenfalls für denkbar. Dieser Fall aus Frankreich ist natürlich die besonders dreiste Variante: Magazine, die ausschließlich für den Rechnungs- und Belegversand gedruckt werden.
Grundsätzlich ist es aber leider sehr einfach, Auflagen und Reichweiten vorzutäuschen. Bei einem Titel, der sich keiner Auflagenkontrolle wie der IVW oder der ADA unterwirft, lassen sich die vom Verlag genanten Zahlen nicht einmal auf Plausibilität zu prüfen. Und selbst wenn die Druckauflage korrekt angegeben ist, sagt das noch gar nichts über die Verbreitung aus.
Wir erhalten regelmäßig Angebote von Medien, deren Unseriosität fast schon augenscheinlich ist. Die mangels Vertriebskonzept mit Sicherheit nur wenige oder gar keine Leser finden. Und wir müssen bei Durchsicht der mitgelieferten Belegexemplare immer wieder feststellen, dass erschreckend viele Werbekunden darauf hereinfallen.
Das gilt übrigens für Online-Medien in ähnlicher Form. Eine Seite ist schnell ins Netz gestellt. Wenn Sie modern daherkommt, mit "günstigen" Preisen und vielleicht auch noch PR-Zugaben lockt, werden sich Kunden finden, die dort Werbeformate buchen. Selbst wenn kein Nutzer die Seite je gesehen hat.
Über viele Jahre sind große Namen der deutschen Wirtschaft der raffinierten Masche mutmaßlicher Betrüger in Frankreich aufgesessen: Sie bezahlten für Anzeigen in Magazinen, die es gar nicht gab.