03/01/2026
DESERTGREENER: ÖSTERREICHISCHE WASSERTECHNOLOGIE STARTET PILOTPHASE AUF ZYPERN
Wiener Cleantech-Unternehmen testet solare Meerwasserentsalzung unter realen Mittelmeerbedingungen – Erste kommerzielle Großanlage in Planung
Wien/Limassol – Das österreichische Technologieunternehmen Desertgreener steht vor einem entscheidenden Meilenstein: Nach jahrelanger Entwicklungsarbeit in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut startet nun der Realeinsatz der innovativen solaren Entsalzungstechnologie am PROTEAS-Forschungscampus in Zypern.
VOM LABOR IN DIE WÜSTE
Die Pilotanlage basiert auf jenem Prototyp, der zuvor am Fraunhofer-Institut in Deutschland getestet wurde. Nun soll das System unter echten Mittelmeerbedingungen beweisen, dass aus Meerwasser und Sonnenenergie dauerhaft sauberes Frischwasser entstehen kann – energieautark, skalierbar und wirtschaftlich. "Zypern ist für uns der ideale Teststandort mit hoher Sonneneinstrahlung, stabiler Forschungspartnerschaft und klaren ESG-Zielen der Regierung", erklärt Erfinder Carl Albrecht Waldstein.
VIKTOR-KAPLAN-MEDAILLE ALS RITTERSCHLAG
Im Juni 2025 wurde dem Desertgreener-Team die Viktor-Kaplan-Medaille verliehen – die höchste Innovationsauszeichnung, die der Österreichische Innovatoren-, Patentinhaber- und Erfinderverband für herausragende technische Spitzenleistung vergibt. Die Ehrung würdigt die bahnbrechende Technologie zur solarbetriebenen Meerwasserentsalzung, die mittlerweile in 120 Ländern zum Patent angemeldet wurde.
25-FACHE ENERGIEEFFIZIENZ
Die Desertgreener-Technologie unterscheidet sich fundamental von konventionellen Entsalzungsanlagen: Durch innovative Energierückgewinnung erzielt das System eine bis zu 25-fach höhere Energieausbeute im Vergleich zu herkömmlichen Solarsystemen. Das Herzstück ist eine patentgeschützte Hybrid-Lösung, die tagsüber Strom aus konzentrierender Solarenergie produziert und gleichzeitig Wärme in einem Warmwasserspeicher speichert. Nachts nutzt die Anlage diese gespeicherte Energie für den kontinuierlichen Betrieb – ein echter 24/7-Betrieb wird damit möglich.
ROADMAP ZUR GROSSANLAGE
Während Prototyp 2.1 für den Einsatz am PROTEAS-Gelände vorbereitet wird, läuft parallel bereits die Planung einer kommerziellen Großanlage im industriellen Maßstab. Die ehrgeizige Roadmap sieht vor:
●Phase A (2025–2026): Validierung des Prototyps am PROTEAS-Campus unter realen Klimabedingungen mit Tests zu unterschiedlichen Salinitäten, Energieeffizienz, Wärmerückgewinnung sowie Regelungs- und Steuerungsmechanismen.
●Phase B (2026): Engineering, Detailplanung und Standortauswahl für die ersten Großanlagen, die mehrere hundert Kubikmeter Frischwasser pro Tag produzieren sollen.
●Phase C (2026-27): Baubeginn und schrittweiser Start der ersten kommerziellen Großanlagen.
WISSENSCHAFTLICHE PARTNERSCHAFT AUF HÖCHSTEM NIVEAU
Die Zusammenarbeit mit dem Cyprus Institute, dem Fraunhofer-Institut und der TU Limassol garantiert höchste wissenschaftliche Standards. In mehreren Arbeitssitzungen mit den Forschern Dr. Marios Georgiou und Prof. Nestor Mallers wurden technische, infrastrukturelle und regulatorische Rahmenbedingungen für die Inbetriebnahme final abgestimmt. Parallel fanden Gespräche mit der zypriotischen Energieagentur und der Universität Nikosia über mögliche Förder- und Ausbildungsprogramme statt.
KREISLAUFWIRTSCHAFT STATT UMWELTBELASTUNG
Anders als konventionelle Entsalzungsanlagen verfolgt Desertgreener einen ganzheitlichen Ansatz: Kein Abfall, kein Rückfluss ins Meer, keine fossile Energie. Selbst die beim Entsalzungsprozess entstehende Sole wird weiterverwertet – als Rohstoff für Natronlauge, Chlor oder grünen Wasserstoff. Zusätzlich fallen wertvolle Mineralien wie Magnesium, Calcium und Kalium an, die in verschiedenen Industriezweigen Verwendung finden.
GLOBALES INTERESSE AN WASSERAUTARKIE
Während des Zypern-Aufenthalts traf Waldstein mehrere Vertreter technologieorientierter Immobilienentwickler aus Limassol, Larnaka und Nikosia, die Interesse an der Integration autarker Wassersysteme in geplante Resort- und Smart-Village-Projekte zeigten. "Die Verbindung von Immobilienentwicklung und Wasserautarkie wird ein zentraler Zukunftsmarkt", betont Waldstein. "Zypern bietet mit seiner geostrategischen Lage den idealen Brückenkopf zwischen Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika."
ANTWORT AUF GLOBALE WASSERKRISE
Die weltweite Wasserknappheit gilt laut UN als eine der gefährlichsten Bedrohungen der Menschheit im 21. Jahrhundert. Von 7,5 Milliarden Menschen leiden 2,5 Milliarden akut unter Wassermangel. Die aktuelle Situation im Iran – wo sogar die Verlegung der Hauptstadt Teheran wegen akuter Wasserknappheit diskutiert wird – zeigt die Dringlichkeit innovativer Lösungen. "Während Länder wie Saudi-Arabien noch immer auf extrem energieintensive Entsalzungsanlagen setzen, könnte der Iran schon in wenigen Jahren auf solare und damit finanzierbare Wasserlösungen bauen", so Waldstein.
MODULARE LÖSUNG FÜR ALLE GRÖSSEN
Die Technologie ist modular und skalierbar konzipiert – von kleineren Anlagen für abgelegene Gemeinden bis zu großen Wasserfabriken für Ballungsräume. Nach erfolgreicher Testphase auf Zypern ist eine schrittweise Ausweitung auf andere Standorte im Mittelmeerraum und auf der arabischen Halbinsel geplant. Drei Pilotstandorte in der EU sind vorgesehen: Zypern, die Kanarischen Inseln sowie Südspanien oder die griechische Insel Paros.
FORSCHUNG STATT FASSADE
"Wir wollen das tun, was die Natur seit Jahrmillionen vormacht – aus Sonne und Meer neues Leben schaffen", fasst Waldstein die Vision zusammen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut wurden in den vergangenen Monaten hunderte Simulationen, Materialtests und Energiezyklen berechnet. All diese Erkenntnisse fließen nun in das Konzept der Großanlage ein – vom Turmdesign über die Wärmespeicherarchitektur bis zur modularen Destillationseinheit.
Die kommenden Testreihen am PROTEAS-Campus sollen zeigen, wie sich die Anlage im praktischen Dauerbetrieb unter mediterranen Klimabedingungen verhält – und bilden damit die technische Grundlage für die Auslegung der ersten kommerziellen Großanlage, die beweisen soll, dass solarbasierte Wasserproduktion wirtschaftlich tragfähig ist.
Quellen:
pressetext.com: "DesertGreener unterzeichnet LoI mit Cyprus Institute"
ad-hoc-news.de: "Viktor-Kaplan-Medaille für DesertGreener"
pressetext.com: "DesertGreener aus Wien plant erste kommerzielle Großanlage"
pressetext.com: "Iran-Wasserkrise: DesertGreener bietet solare Entsalzungslösung"
desertgreener.info: Offizielle Unternehmenswebsite